Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik

Zentralinstitut der Humboldt-Universität zu Berlin

Repräsentationsprobleme unter Ludwig XIV Andre Felbien versus Thomas Hobbes

Horst Bredekamp

Der bis zur Französischen Revolution zumeist in personalisierter Form dargestellte Souverän ist durch die Politische Ikonographie in zahlreichen motivischen Facetten und medialen Erscheinungsweisen
untersucht worden. Die Grundlagen der Funktionsweisen und der ikonographischen Muster gelten als weitgehend erforscht, ohne daß jedoch die Mathematik in diesem Zusammenhang thematisiert worden wäre. In dem exemplarisch angelegten Projekt soll der Frage nach ihrer Rolle für die Repräsentation des Souveräns nachgegangen werden.

Das Projekt bezieht sich auf die Begründung der modernen Staatstheorie durch Thomas Hobbes (1651) und die folgenden beiden Jahrzehnte einer kontroversen Debatte über die Darstellung des Souveräns. Im Zentrum steht der Konflikt zwischen einer mathematisch begründeten Staatslehre, wie sie Hobbes mit seinem »Leviathan« verfolgte, und einem metaphysisch fundierten Souveränitätsbild, wie es André Felibien, der Kunst- und Kulturdirigent Ludwigs XIV., in seinem »Portrait du Roy« propagierte (1663).

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