Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik

Zentralinstitut der Humboldt-Universität zu Berlin

Margareta von Oswald

Marageta_von_Oswald_CARMAH
Foto: Charlotte Dualé

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Forschungsstelle „CARMAH“
Telefon: –
E-Mail: margareta.von.oswald@hu-berlin.de

Margareta von Oswald ist Anthropologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage (CARMAH) der Humboldt-Universität zu Berlin und derzeit Mindscapes‚ Curatorial Research Fellow bei CARMAH.
Mindscapes hat zum Ziel, zu verändern, was wir unter mentaler Gesundheit verstehen, wie wir sie behandeln und wie wir darüber sprechen. Ausgangspunkt des Projekts in Berlin ist die Auseinandersetzung des Mindscapes Artist-in-Residence Künstlers Kader Attia mit dem Thema Reparatur im Gropius Bau, die im Herbst 2022 in einer Ausstellung und einem öffentlichen Programm münden wird.
Margareta Oswalds Forschung befasst sich mit der Frage, wie Menschen sich in der Gegenwart mit umstrittenen Vergangenheiten, insbesondere der kolonialen, auseinandersetzen. Von 2016-2021 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Projekt „Making Differences. Transforming Museums and Heritage in the 21st Century„. In der Forschungsgruppe „Transforming the Ethnographic“ (mit Jonas Tinius und Larissa Förster) beschäftigten sich die Forscher_innen damit, wie das Erbe anthropologischer Wissensproduktion und Sammelns heute verhandelt wird, unter Berücksichtigung von Entwicklungen und Perspektiven aus dem politischen, aktivistischen, wissenschaftlichen, künstlerischen und kuratorischen Bereich. Ein wichtiges Ergebnis der Forschungsgruppe ist der Sammelband ‚Across Anthropology. Troubling Museums, Colonial Legacies, and the Curatorial‚ (2020, Leuven University Press, hrsg. mit Jonas Tinius).
Ihre Dissertation befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Aufarbeitung des Kolonialismus im Berliner Ethnologischen Museum, insbesondere in dessen Afrika-Abteilung. Basierend auf einer zweijährigen Ethnographie der verschiedenen Arbeitspraktiken des Museums (2013-2015), Interviews mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter*innen sowie Archivarbeit untersucht die Dissertation die Einbettung in und Verstrickung des Museums mit kolonialen Denkmuster, Epistemologien und Praktiken.
Anhand des Begriffs des ‚working through’ (durcharbeiten) wird aufgezeigt, dass das durcharbeiten der kolonialen Präsenz im Museum ein langwieriger und verstörender Prozess ist. Diese Aufarbeitung schließt Prozesse der Anerkennung der koloniale Vergangenheit ein, zeigt aber auch vielfältige Formen von Widerstand, Verleugnung und Verweigerung im Museum auf – und fordert somit dazu auf, die Auseinandersetzung mit der koloniale Vergangenheit als eine fortlaufende und unabgeschlossene Herausforderung zu sehen, die weit über das Museum hinausgehen.

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