Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik

Zentralinstitut der Humboldt-Universität zu Berlin

Objektlabor

Innovative Infrastrukturen für die interdisziplinäre Objekt- und Sammlungsforschung und deren Transfer

Mit dem Einzug des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik in die Erweiterungsbauten des Tieranatomischen Theaters, den Gerlachbau und Wolffbau im Februar 2019, entstehen wegweisende neue Infrastrukturen für interdisziplinäre Projekte in der objekt- und materialzentrierten Forschung der HU. Diese ermöglichen es, in der historisch gewachsenen und denkmalgeschützten Wissensarchitektur Labore, Werkstätten, Seminarräume und öffentliche Ausstellungsflächen zu einer operativen Einheit zusammenzufügen und fördern den Transfer von Methoden und Forschungsergebnissen aus Geistes- und Naturwissenschaften sowie gestalterischen Disziplinen. An der Entwicklung der Nutzung sind die Exzellenzcluster „Bild Wissen Gestaltung“ (bis 2018) und „Matters of Activity: Image Space Material“ sowie die Partner der Berlin University Alliance (BUA) beteiligt.

Zwei große Infrastrukturen überspannen die Wissensarchitektur und funktionieren als rekursiv aufeinander bezogene Pole von Forschung und Transfer/Vermittlung (siehe Abbildungen). Das Objektlabor mit angeschlossenem Digitallabor, Sammlungsdepot und Werkstatt beinhaltet Arbeitsplätze für vielfältige Wissenspraktiken. Es verknüpft die an Museen übliche technische Ausstattung u.a. für die Bewahrung, Restaurierung und Ausstellungsvorbereitung mit den für Universitäten spezifischen Werkzeugen für die Analytik und begünstigt durch die modulare Gestaltung der Räume und deren Ausstattung insbesondere den Austausch zwischen Forscher_innen. Im Kurssaal im ersten Obergeschoss kann die Forschung direkt in die universitäre Lehre überführt werden. Der Raum bietet bis zu 80 Personen Platz für Workshops, Seminare und Vorträge und beherbergt zugleich die Handbibliothek des HZK.

Im öffentlichen Ausstellungsort Tieranatomisches Theater werden Dauerausstellungen (insb. die Dauerausstellung Flechtwerk der Dinge: Sammlungsschaufenster der HU) und Ausstellungen mit wechselndem Objektbestand zugleich als Werkzeug für Forschung und Lehre genutzt. Ziel der forschungsgeleiteten Dauerausstellung Sammlungsschaufenster der HU ist die Multiperspektivität des Wissens über materielle Kultur im akademischen Kontext zu veranschaulichen. Als „Materiothek“ verknüpft es die dezentral an den Instituten der HU sowie bei den Partnern der BUA angesiedelten Sammlungen an einem zentralen Ort mit dem Ziel, neue interdisziplinäre Forschungsfragen aufzuwerfen. Die im Sammlungsschaufenster gezeigten Objekte können durch ein dynamisches Content Management System fortlaufend aktualisierte Perspektiven aus der Forschung widerspiegeln. Das Sammlungsschaufenster ist damit Ausgangspunkt und (Zwischen-)Ergebnis von Projekten, an denen im Objektlabor geforscht wird.

Objektlabor und Sammlungsschaufenster sind auf Dauer angelegte und modular erweiterbare Infrastrukturen. Seit 2014 ist das Betriebskonzept in Zusammenarbeit bzw. Abstimmung mit der Technischen Abteilung der HU, den Architekten Müller-Reimann und Franke-Steinert sowie den an der Sanierung der Gebäude beteiligten Stiftungen entwickelt worden. Bereits durchgeführte Baumaßnahmen, u.a. Entlüftung für Laborabzug, Nassstrecke und Werkstatt, haben optimale Vorbedingungen für die weitere Ausstattung geschaffen. Die Ausstattung und Einrichtung des Objektlabors, des Digitallabors, das Sammlungsdepot und die Werkstatt wurden im Herbst 2020 fertig gestellt.