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Ringvorlesung „Beziehungsweise Familie“ – am 20. Mai 2026 mit Jürgen Dinkel

Prof. Dr. Jürgen Dinkel (Universität Leipzig)

Die Gesellschaften des 20. und 21. Jahrhunderts sind im Kern Erben- und Familiengesellschaften. Die Chancen auf Wohlstand und der soziale Status des Einzelnen hingen und hängen stark von seiner familialen Herkunft ab – zentral hierfür war auch die tief in der Bevölkerung verwurzelte Überzeugung, dass Eigentum primär innerhalb der Familie an die nächste Generation weitergegeben werden sollte. Damit warfen Erbübertragungen immer auch die Frage auf, wer eigentlich zur Familie gehöre und woraus sich die Rechte dieser Personen am Erbe ableite.

In seinem Vortrag zeichnet Jürgen Dinkel die Geschichte des Erbens und Vererbens im transatlantischen Raum seit etwa 1800 nach. Dabei zeigt er auf wie Regierungen, Familien und Individuen immer wieder die Weitergabe und Verteilung von Erbe und damit auch ihr Familienverständnis und konkrete Familienkonstellationen verhandelten. Denn Erbfälle stellten jeweils Momente dar, die das soziale Beziehungsgeflecht der Familie erzeugten und aktualisierten oder auch in Frage stellten.

Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt.

Die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich und steht allen Interessierten frei.

Veranstalterinnen:

Prof. Dr. Daniel Tyradellis (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dr. Alia Rayyan (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dr. Laura Goldenbaum (Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Ort und Zeit:

20. Mai 2026,

18 bis 20 Uhr

im Saal 3, EG, Humboldt Forum, Schlossplatz.

Weitere Informationen

Jürgen Dinkel

Jürgen Dinkel ist Heisenberg-Professor für Globale Geschichte der neuesten Zeit an der Universität Leipzig. In seinen Forschungen beschäftigt er sich mit der Geschichte des Erbens und Vererbens, des Kolonialismus und der Dekolonisation sowie des Globalen Südens. Aktuell schreibt er eine kurze Geschichte der Dankbarkeit.

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