Archiv der Kategorie: Ausstellung

Kleine Humboldt Galerie – Like a Vernissage – but with a Book

Digitaler Launch des Buch-als-Ausstellung zwischen körpern

Am 19.03.2021 feiert die Kleine Humboldt Galerie den Launch bzw. die Vernissage von zwischen körpern, dem Buch-als-Ausstellung!

Über einen Livestream können Besucher*innen ab 14 Uhr in Videoarbeiten eintauchen, Führungen von Kurator*innen und Grafiker*innen der Ausstellung und Publikation mitmachen, bei einem Gespräch mit dem Berliner K. Verlag dabei sein und vieles mehr.

Programm
15.00 Uhr / Q&A mit dem K. Verlag
16.00 Uhr / Kurator*innenführungen
16.45 Uhr / Video-Stream von Carolina Caycedo
17.15 Uhr / Video-Stream von Marco Buetikofer und Lotte Meret
17.30 Uhr / Video-Stream von Kirstin Burckhardt
18.00 Uhr / Video-Stream von Theresa Schubert
18.30 Uhr / Cocktails 🍸
19.00 Uhr / Pub Quiz
20.30 Uhr / Sin Maldita A/V Performance

Ausstellung zwischen körpern
Eine Ausstellung im Format eines Buches – vom 19. März 2021 bis zum 30. April 2021.

zwischen körpern verhandelt den physischen Körper als Start- und Endpunkt, in den sich die Gesellschaft einschreibt. Dabei werden verschiedene Kontrollmechanismen untersucht, die ganz unterschiedlich auf diverse Körper einwirken. Die Wirkkraft und Erfahrbarkeit von Kontrolle auf und am Körper steht im Fokus: Körper werden bewusst oder unbewusst durch historische und soziale Umstände modelliert und auch kontrolliert.
Der Körper wird als Austragungsort politischer Kämpfe verstanden, weshalb Emanzipationsstrategien und Selbstermächtigungsprozesse eine zentrale Rolle einnehmen. Inwiefern sind das Fleischliche und neue Technologien miteinander verwoben und welche Rolle spielen dabei Intimität und soziale Zwänge? Elf zeitgenössische Positionen untersuchen diese komplexen Dynamiken mittels Skulptur, Rauminstallation, Video, Fotografie und Performance. Körperlichkeit wird wie auch bei der Auswahl der Kunstwerke aus einer dekolonialen und intersektional-feministischen Perspektive reflektiert und kritisch hinterfragt.

Publikation zwischen körpern / among bodies

Wie unsere Körper sehen, gesehen werden und sich zu anderen Körpern verhalten, ist unweigerlich politisch. Den Körper zu bewegen, trägt immer Bedeutung – so wie auch Bedeutung immer in Bewegung ist.

Das Buch-als-Ausstellung präsentiert zehn Positionen zeitgenössischer Kunst, die die komplexen und intimen Dynamiken, die unsere Körper mit neuen Technologien, sozialen Zwängen, aber auch dem Drang zur Befreiung in Berührung bringen, untersuchen. Als kuratorisches Experiment mit der Mikroarchitektur des Buches, initiiert das Projekt spannende Relays von Skulpturen, Rauminstallationen, Arbeiten in Video, Fotografie und Performance auf Papier und eröffnet Reflexionen aus dekolonialer und intersektional-feministischer Perspektive.

Buchkonzept: Kleine Humboldt Galerie
Kuratorisch-redaktionelles Team: Franziska Dommers, Lotta Feibicke, Nikolas Geier, Eileen Kesseler, Patricia Kühn, Anna Latzko, Monique Machicao y Priemer Ferrufino, Sarah Marcinkowski, Katharina Ripea, Evelyn Sutter, Nicole Wittmann, und Yuanwen Zhong.
Mit Arbeiten von Kirstin Burckhardt, Marco Buetikofer, Carolina Caycedo, Stine Deja, Lotte Meret Effinger, Ester Fleckner, Yngve Holen, Luisa Krautien, Michael Liani, Theresa Schubert und Zuzana Svatik, zusätzlichen Texten von Michaela Dudley, Felix Sattler und anderen sowie einem Glossar der Kuratoren.
Gestaltung: K. Verlag mit Ginny Rose Davis und Megan Ricca

Deutsch & Englisch
Wendebuch / turning book
196 Seiten
20 x 29,7 cm
Schwarz/weiß mit lila Pantone-Schmuckfarbe & vollfarbigem Bildteil
Softcover, Schweizer Bindung
ISBN 978-3-947858-22-4
https://k-verlag.org/books/zwischen-korpern-among-bodies

KHG-K-Verlag-Zwischen-Koerpern-Book-Cover

„BINDING BODIES. Perspektiven auf gebundene Füße“

Ab 2021 startet das dreijährige Forschungs- und Ausstellungsprojekt des Tieranatomischen Theaters „Binding Bodies. Perspektiven auf gebundene Füße“ in Zusammenarbeit mit dem MARKK – Museum am Rothenbaum in Hamburg und der Kunstuniversität Linz.

Ermöglicht wird dies durch die großzügigen Förderungen der Kulturstiftung des Bundes (Projektbeschreibung Binding Bodies), der Stiftung Preußische Seehandlung und der Alfred Töpfer Stiftung.

Von 2021 bis 2023 wird ein interdisziplinäres Team am Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik / Tieranatomisches Theater, am MARKK und an der Kunstuniversität Linz in Kooperation mit weiteren internationalen Wissenschaftler_innen und Künstler_innen forschen. Den Abschluss des Projekts bilden Ausstellungen, die u.a. im MARKK Hamburg (2022) und im Tieranatomischen Theater (2023) gezeigt werden.

Zahlreiche ethnographische und anatomische Sammlungen Europas enthalten Präparate, Abgüsse, Röntgenbilder und Fotos von sog. „Lotosfüßen“, den gebundenen Füßen von Frauen in China. Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt BINDING BODIES nimmt diese Sammlungen zum Ausgangspunkt einer Recherche zur Diskursgeschichte weiblicher Körpermodifikationen. Schon Hans Virchow (1852–1940) und seine Kollegen ziehen in ihren Publikationen Vergleiche zu Spitzentanz, Stöckelschuhen und Korsett. Das Projekt unternimmt den Versuch einer „entangled history“ weiblicher Körperdeformationen zwischen Europa und China. Es untersucht die komplexen Wechselwirkungen von Selbst- und Fremdwahrnehmungen, rekonstruiert exemplarische Objektbiographien und kontextualisiert sie vor dem Hintergrund von Kolonial-, Gender-, Sozial- und Wissenschaftsgeschichte. Damit ist das Projekt auch Teil der aktuellen Kontroverse um den Umgang mit ethnographischen Objekten und insbesondere mit human remains in wissenschaftlichen Sammlungen.

Kurator_innen: Prof. Dr. Jasmin Mersmann (Projektleitung), Dr. Evke Rulffes, Felix Sattler
Projektträger: Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, Humboldt-Universität zu Berlin
Partner_innen: Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK), Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Dr. Susanne Knödel, Gabriel Schimmeroth

Röntgenaufnahme des Lotusfußes einer 32-jährigen Frau, durch den Schuh aufgenommen, 1905 © Charité, Centrum für Anatomie, Humboldt-Universität zu Berlin, Fotografie: Barbara Herrenkind

Digitale Eröffnung des Humboldt Labor im Humboldt Forum

Die Bauarbeiten sind abgeschlossen und das Humboldt Forum gewährt ab dem 16.12.2020 erste Einblicke in das Gebäude und das zukünftige kulturelle Programm.
Pandemiebedingt ist ein persönlicher Besuch der Eröffnungsausstellung „Nach der Natur“ im Humboldt Labor noch nicht möglich.

Erste digitale Einblicke des Humboldt Forums gibt es hier:

Aufzeichnung der Eröffnungsveranstaltung (YouTube)
Einblicke in das Humboldt Labor ab der 28. Minute.

360 Grad Tour im Humboldt Forum (Website Humboldt Forum)

Tour mit dem Berliner Comedian Stefan Danziger (YouTube)

Return to Sender: Utopien und Grenzen zirkulierender Bilder

Symposium im Live-Stream
über https://www.co-berlin.org/

31.8.-1.9.2020

Eine gemeinsame Veranstaltung von C/O Berlin mit der Forschungsstelle Das Technische Bild am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität/Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik zum 20-jährigen Bestehen beider Institutionen.

Konzept: Felix Hoffmann/Katja Müller-Helle/Kathrin Schönegg

Spätestens seit den ersten Bildpostkarten der 1880er Jahren werden Bildmotive zur Nachrichtenübertragung genutzt, gestempelt, mit rahmender Schrift versehen und in die Distributionswege der Post eingeschleust. Doch je größer das Versprechen der personalisierten Bildgrüße wurde, desto hellhöriger reagierten die Institutionen ihrer Eindämmung. Schon während des Ersten Weltkriegs gerieten Feldpostkarten mit Karikaturen, Schmähungen oder anzüglichen Darstellungen unter den Verschluss der eigens hierfür etablierten preußischen Zensurbehörde in Berlin. Die Anfänge zirkulierender Bilder, ihre Potentiale und ihre Grenzen sollen in diesem Symposium bis zu den sozialen Medien verfolgt werden: Die digitale Bildzirkulation bringt heute auf Seiten der User Utopien von Partizipation und Verbreitung hervor, die durch Praktiken von algorithmischer Bildlöschung und Regulierungsmechanismen eingedämmt werden. Trotz Bildzensur und kuratierten Inhalten beruht die Rhetorik der Plattformen auf dem Mythos der Netzneutralität. Die Frage nach der massenweisen Teilbarkeit von Bildern soll demnach in einer doppelten Perspektive von Potential und Regulierung, von Freiheit und Zensur in historischer Perspektive in den Blick genommen werden.

Mit Friedrich Balke, Estelle Blaschke, Matthias Bruhn, Eva Ehninger, Felix Hoffmann, Christian Kassung, Roland Meyer, Katja Müller-Helle, Margarete Pratschke, Simon Rothöler, Kerstin Schankweiler, Kathrin Schönegg, Friedrich Tietjen und Wolfgang Ullrich.

Bildnachweis:
Berlin, 2006, from the series Photo Opportunities (2005 – present), ©Corinne Vionnet