Korallen aus Kuba erzählen eine wenig bekannte Geschichte von Wissenschaft und Politik, vom Sammeln und Zerstören, von Bildern und Abbildern.
Einige der nie ausgestellten Objekte aus der Sammlung „Marine Invertebraten“ sind jetzt in der Auftaktausstellung der Humboldt-Universität zu Berlin im Humboldt Forum zu sehen: https://www.humboldt-labor.de/de/journal/das-konstruierte-riff-korallen-aus-kuba
Archiv der Kategorie: Veranstaltung
Einladung zum HZK-CARMAH-KOLLOQUIUM am 07. Februar 2022 – Polnische Volkskunst, der Holocaust und das Täter-Opfer-Zuschauer-Dreieck
Das nächste Kolloquium findet am 7. Februar 2022 um 14 Uhr statt und alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Die Veranstaltung wird virtuell durchgeführt.
Zugangsdaten für die Videokonferenz erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail an oliver.zauzig@hu-berlin.de.
Polnische Volkskunst, der Holocaust und das Täter-Opfer-Zuschauer-Dreieck: Aushandlung von Erinnerungsprozessen im deutsch-polnischen Kontext
Das von Magdalena Waligorska und Roma Sendyka vorgestellte Projekt fokussiert auf volkstümliche Darstellungen der Shoah, ihren Einfluss und ihre Instrumentalisierung in Ost-, West- und dem wiedervereinigten Deutschland von 1945 bis heute, und untersucht ihre Rolle in der polnischen und deutschen Erinnerungskultur. Ziel der Studie ist zudem, herauszufinden, ob deutsche Sammler die Erinnerung an den Holocaust unter polnischen Volkskünstlern angeregt haben, und wie der deutsche „orientalistische“ Blick auf Polen die Rezeption dieser Kunst in den deutschen Staaten beeinflusst hat. Schließlich soll das Projekt weitere Erkenntnisse hervorbringen in Bezug auf Art und Weise, wie Polen und Deutsche ihren jeweiligen Status als Opfer, Zeuge und Täter aushandeln.
Die Wende in der Holocaustforschung hin zur Untersuchung des „dispersed Holocaust“, der außerhalb der Vernichtungslager stattfand, vor den Augen der lokalen Bevölkerung, benötigt weiterhin neue Quellen. Oral History hat hier wichtige Einsichten gebracht, /visuelle/ volkstümliche Quellen wurden bisher aber kaum berücksichtigt. Den Holocaust aufgreifende Volkskunst aus Polen stellt eine wichtige, noch unerschlossene Quelle dar, die neue Perspektiven auf Nachkriegserinnerungsprozesse bietet. Die in den Nachkriegsjahrzehnten von polnischen Volkskünstlern, die sich an die Juden vor dem Krieg erinnerten und Zeugen der Verbrechen an ihnen wurden, geschaffenen Schnitzereien und Gemälde von Holocaustszenen stehen weitgehend vergessen in den Beständen der polnischen ethnographischen Museen oder in privaten (meist deutschen) Sammlungen, ohne je systematisch als visuelle Quelle posttraumatischer Erinnerungsprozesse untersucht worden zu sein.
Der Vortrag ist in englischer Sprache.
Einladung HZK-CARMAH-KOLLOQUIUM am 10. Januar 2022 – BUA-Projekt „Digitales Netzwerk Sammlungen“
Das nächste Kolloquium findet am 10. Januar 2022 um 14 Uhr statt und alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Die Veranstaltung wird virtuell durchgeführt.
Zugangsdaten für die Videokonferenz erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail an oliver.zauzig@hu-berlin.de.
BUA-Projekt „Digitales Netzwerk Sammlungen“
Universitätssammlungen sind eine wertvolle Ressource für Forschung, Lehre und Vermittlung. Grundlage für ihre Nutzung ist jedoch die digitale Erschließung und bessere Sichtbarkeit, gerade in Richtung einer multidiziplinären Zielgruppe. Hier besteht noch hoher Entwicklungsbedarf. Der Standort Berlin mit den Universitätssammlungen in der Berlin University Alliance (BUA) und vielfältigen Beziehungen zu Museen und Forschungsinstitutionen der Stadt bietet einen besonders fruchtbaren Kontext.
Das Projekt „Digitales Netzwerk Sammlungen“ beschäftigt sich mit der konzeptionellen Planung eines digitalen Netzwerks der Berliner Universitätssammlungen in der BUA, um eine gemeinsame interdisziplinäre Grundlage zu schaffen, welche die Recherche und den digitalen Nachweis von Objekten ermöglicht. Konzeptuelle Arbeit und konkrete Anwendungsfälle werden dabei kombiniert: In praktischen Fallstudien werden modulare Komponenten erprobt, z.B. zur Aufbereitung von Altdaten und Findmitteln, die Referenzierung von Fachdaten oder die virtuelle Präsentation von Beständen.
Der Vortrag wird in deutscher Sprache sein.
Einladung HZK-CARMAH-KOLLOQUIUM Am 6. Dezember 2021 – “Mindscape.” Einblicke in ein Projekt zwischen Politik, Forschung und Kulturproduktion
Das nächste Kolloquium findet am 6. Dezember 2021 um 14 Uhr statt und alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Die Veranstaltung wird virtuell durchgeführt.
Zugangsdaten für die Videokonferenz erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail an oliver.zauzig@hu-berlin.de.
“Mindscape.” Einblicke in ein Projekt zwischen Politik, Forschung und Kulturproduktion
Initiiert und gefördert vom britischen Wellcome Trust ist Mindscapes ein kulturelles Projekt, das zu einer Veränderung dazu beitragen möchte, wie über Mental Health gesprochen, nachgedacht und wie damit umgegangen wird. Margareta von Oswald wird Mindscapes vorstellen und in der Runde zur Diskussion stellen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebsite Mindscapes.
Der Vortrag wird in englischer Sprache sein.
Einladung HZK-CARMAH-Kolloquium am 08. November 2021, 14 Uhr, Online
Das nächste Kolloquium des HZK findet am 08. November 2021 um 14 Uhr statt und alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Die Veranstaltung wird virtuell durchgeführt.
Zugangsdaten für die Videokonferenz erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail an oliver.zauzig@hu-berlin.de.
Das Kolloquium ist von nun an eine gemeinsame Veranstaltung des Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik (HZK) und des Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage (CARMAH).
Sarah Wagner stellt ihre kürzlich an der Universität Erlangen-Nürnberg eingereichte Dissertation vor, in der sie die Kunst- und Wunderkammer in der musealen Ausstellungspraxis untersuchte. Den Ausgangspunkt bildete der Boom solcher Ausstellungen um das Jahr 2000, der Anlass zur Frage gab, warum Kunst- und Wunderkammern so zahlreich wieder auferstehen, inwiefern sie sich voneinander unterscheiden und letztlich, was diese Ausstellungen noch mit dem historischen Sammlungstyp verbindet.
Informationen zu Sarah Wagner: https://www.kunstgeschichte.phil.fau.de/person/15380/#collapse_1
Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten.
“Stretching Materialities” – Ausstellungseröffnung im Tieranatomischen Theater
Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert
Entgrenzung – so lautet das große Narrativ der Globalisierung: Grenzen werden durchlässiger, grenzüberschreitende Mobilität entwickelt sich zur universellen Erfahrung, Staaten sind immer weniger in der Lage, die eigenen Grenzen effektiv zu kontrollieren. Steffen Mau zeigt in seinem neuen Buch “Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert” (Edition Mercator, CH Beck 2021), dass diese Sichtweise trügt: Vielerorts ist es zu einer neuen Fortifizierung gekommen, zum Bau neuer abschreckender Mauern und militarisierter Grenzübergänge. Grenzen werden zudem immer selektiver und – unterstützt durch die Digitalisierung – zu Smart Borders aufgerüstet, und die Grenzkontrolle hat sich räumlich massiv ausgedehnt. Grenzen sind nach wie vor machtvolle Sortiermaschinen und erfüllen heute ihre Filterfunktion effektiver denn je – zudem als globale und hoch diversifizierte Unternehmung. Nirgends tritt das Janusgesicht der Globalisierung deutlicher zutage als an den Grenzen des 21. Jahrhunderts.
Der Soziologe Steffen Mau (Humboldt-Universität zur Berlin) diskutiert die Thesen seines Buches mit der Migrationsforscherin Naika Foroutan (Berliner Institut für empirische Integrations-und Migrationsforschung -BIM und dem Philosophen Stefan Gosepath (Freie Universität Berlin). Die Veranstaltung wird von der Journalistin Christiane Hoffmann (Der Spiegel) moderiert.
Eine Veranstaltung der Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit dem Verlag C.H. Beck, dem Exzellenzcluster Contestations of the Liberal Script – SCRIPTS und der Stiftung Mercator.
26.08.2021, 19:00 bis 20:30 Uhr
Humboldt Labor im Humboldt Forum
Schloßplatz
10178 Berlin
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich – kostenfreie Tickets ab ca. 14 Tage vor Veranstaltung über die Webseite des Humboldt Forums.
Foto: Steffen Mau (c) HU/Matthias Heyde
Helmholtz Voocaal – Kammeroper
Jan-Peter E.R. Sonntag: HELMHOLTZ VOOCAAL
Kammeroper, 26. August – 1. September 2021. Premiere: 26. August 2021, 20 Uhr
Eine apparative und installative Kammeroper in 3 Akten und Räumen des TA T anlässlich des 200. Geburtstags von Hermann von Helmholtz.
Am 31. August 2021 jährt sich der 200. Geburtstag des studierten Militärchirurgen, Amateurmusikers, Anatomen, Physiologen, experimentellen und theoretischen Physikers und Philosophen Hermann von Helmholtz. Mit seiner „Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik“ versucht Helmholtz bereits 1862, nicht nur die Ästhetik der Musik auf einer naturwissenschaftlich-physiologisch und physikalisch-akustischen Basis neu zu fundieren, sondern er entwickelt auch selbst die Apparate, die seine Theorie für ihn und andere auch sinnlich nachvollziehbar werden lassen. Und er fordert seine Leser auf seine akustischen Experimente nachzuvollziehen.
Die Konzerte finden jeweils als geführter Parcours für Kleingruppen gemäß geltender Infektionsschutzbedingungen statt. Beginn des Parcours am 27. und 28. August alle dreißig Minuten (zu jeder vollen Stunde und halben Stunde, s.u.) ist jeweils an der Open Humboldt-Hauptbühne auf dem Campus Nord.
Salon Helmholtz: Stimme und Stimmung
Wie hören wir? Wie hängen die Töne von Musikinstrumenten, die Stimmungen der Dieser und ihre Klangfarben mit den Empfindungen von Konsonanz und Dissonanz zusammen? – wie Musik und Mathematik? – Wie das naturwissenschaftliche Wissen mit Musik und Philisophie? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Hermann von Helmholtz (1821–1894), einer der letzten Universalgelehrten des 19. Jahrhunderts, dessen Statue heute unter anderem den Hof der Humboldt-Universität schmückt. In seiner Forschung verband er Naturwissenschaft, Philosophie und Musiktheorie. Dazu experimentierte er mit Klavier und Stimme und entwickelte Apparate, die seine Theorie nicht nur in Wort und Schrift fassten. Sie sollte für ihn und andere auch experimentell nachvollziehbar werden – verstehen als hören und erfahren. Der Berliner Salon seiner Frau Anna bot ihm (und anderen „Superstars“ der Wissenschaft jener Zeit) eine geschätzte Bühne. Anlässlich von Helmholtz 200. Geburtstag wird dieses Format an einem besonderen Ort, dem denkmalgeschützten Objektlabor des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik, wiederbelebt.
Der Salon ergänzt die Aufführungen von HELMHOLTZ VOOCAAL und bietet einen Blick hinter die Kulissen sowie einen praktisch-theoretischen Dialog von Kunst und Wissenschaft. An und mit historischen sowie neu geschaffen Instrumenten wird Helmholtz Wirken von Jan-Peter E.R. Sonntag gemeinsam mit namhaften Wissenschaftler:innen (27.8.: Prof. Dr. Julia Kursell, 28.8., Dr. Christopher Li, 31.8, Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk) diskutiert. Moderation: Felix Sattler (Kurator Tieranatomisches Theater). Dauer: ca. 75min. Ort: Objektlabor des HZK (Gerlachbau, Campus Nord).
Weitere Informationen und Anmeldung: https://tieranatomisches-theater.de/project/kammeroper-26-august-1-september-2021-premiere-26-08-2021-20-uhrjan-peter-e-r-sonntag-helmholtz-voocaal/
Foto: Jan-Peter E.R. Sonntag: Helmholtz Voocaal. © N-Solab
Einladung HZK-Kolloquium am 06. September 2021, 14 Uhr, online
Das nächste Kolloquium des HZK findet am 06. September 2021 um 14 Uhr statt und alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Die Veranstaltung wird virtuell durchgeführt.
Zugangsdaten für die Videokonferenz erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail an oliver.zauzig@hu-berlin.de.
“Neues zum langen Hals der Giraffe: sammlungs- und bildbasierte Forschung in der Vergleichenden Zoologie”
Der Professor für vergleichende Zoologie und Leiter der Zoologischen Lehrsammlung der Humboldt-Universität John Nyakatura wird am Beispiel einer kürzlich veröffentlichten Studie zur Evolution der faszinierend langen Hälse der Giraffen, die integrative Arbeitsweise in der Vergleichenden Zoologie und funktionellen Morphologie vorstellen. Zum Einsatz kommen verschiedene bildgebende Verfahren sowie Modellierungsansätze, die aus den Ingenieurswissenschaften übernommen wurden. Die Grundlage für diese Forschung bilden allerdings die “Archive der Biodiversität” in Form der großen wissenschaftlichen Sammlungen, aber auch die unzähligen kleineren, oft universitären Sammlungen in einer zunehmend vernetzten Welt.
Informationen zur Zoologischen Lehrsammlung im Portal Wissenschaftliche Sammlungen: https://portal.wissenschaftliche-sammlungen.de/SciCollection/1323