Engagement mit gesellschaftlichen Akteuren ist eine der vier Säulen der UNESCO-Empfehlung zu Open Science: Personen und Institutionen aus der Gesellschaft sollen aktiv an der Schaffung von Wissen beteiligt und wissenschaftliche Prozesse auf der Basis partizipativer Kooperationen transparenter, integrativer und für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich gestaltet werden.
Das HU Kompetenzfeld ‚Wissensaustausch mit der Gesellschaft‘ am Zentrum für Kulturtechnik und das BUA Programm ‚Botschafter*innen für eine Offene Wissenschaft’ laden alle Interessierten dazu ein, Möglichkeiten solcher innovativen Zusammenarbeit und Austauschformate zwischen wissenschaftlichen, künstlerischen und zivilgesellschaftlichen Perspektiven auf der Werkstatt-Konferenz zu diskutieren. Im Fokus stehen erprobte Kooperationen aus partizipativer Forschung, Ausstellungspraxis oder Lehre sowie künstlerisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit an der Humboldt-Universität. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf der Praxis des Übersetzens zwischen verschiedenen Akteuren aus Wissenschaft und Gesellschaft um Wissensproduktion als gemeinsamen, dialogischen Prozess zu gestalten. Die Veranstaltung reflektiert Übersetzungspraktiken zwischen Forschung und Anwendung, zwischen universitärer Lehre und außeruniversitären Erfahrungsräumen sowie zwischen wissenschaftlichen, künstlerischen und alltäglichen Wissensformen.
Die Veranstaltung mit Werkstatt-Charakter bietet Raum für Vernetzung, informellen Erfahrungsaustausch und praxisorientierte Diskussionen mit dem Ziel, innovative Formate und Kooperationen im Wissenschaftsalltag umzusetzen und zu den Grundsätzen von Open Science beizutragen: nachhaltige Transparenz und Öffnung von Wissenschaft, Stärkung gesellschaftlicher Zusammenarbeit und Teilhabe, sowie Enthierarchisierung von Wissensproduktion.
Zeit: Freitag, 12. Juni 2026
Ort: Zentrum für Kulturtechnik, HU Campus Nord, Haus 3, Philippstr. 13, 10155 Berlin
Anmeldung: Werkstatt-Konferenz
Programm |
|
| Pre-Conference (auf Einladung) | |
| 09:30-11:30 | Pre-Conference: Workshop zur Zukunft und Strategie für Partizipation in Forschung und Lehre an der HU Berlin: Der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft prägt seit jeher das Selbstverständnis der Humboldt-Universität zu Berlin. Aufbauend auf diesem Anspruch sollen die Strukturen und Kooperationen an der Humboldt-Universität kontinuierlich weiterentwickelt werden um Impulse für eine offene Wissenschaft zu setzen und das Lernen, Lehren und Forschen in partizipativen und transdisziplinären Formaten zu fördern. Der Workshop widmet sich der Zukunft und den strategischen Zielsetzungen im Themenfeld Wissensaustausch mit der Gesellschaft. Er diskutiert notwendige institutionelle Veränderungen, Unterstützungsstrukturen für engagierte Universitätsmitglieder und nächste Schritte. In einem World-Café-Format sind die Teilnehmenden eingeladen, Perspektiven auszutauschen und zukünftige Entwicklungen gemeinsam zu erarbeiten. |
| 11:30 | Begrüßung und Kaffee |
| Panel-Diskussion „Zwischen Universität und Gesellschaft“ | |
| 12:00-13:30 | Panel-Diskussion „Zwischen Universität und Gesellschaft: Übersetzen, Vermitteln, Verlernen. Reflexive Praktiken der Wissensproduktion“: Das Panel versteht Wissensaustausch als eine Form reflexiver Übersetzungsarbeit zwischen Universität und Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus transversaler Lehre, partizipativer Forschung und künstlerisch-wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Diskutiert wird, wie Wissensproduktion gestaltet werden kann, ohne bestehende Hierarchien und Ausschlüsse zu reproduzieren, und welche Rolle dabei Reflexion, Verlernen und situierte Praxis spielen. Zugleich spricht das Panel nicht nur über Übersetzen, Vermitteln und Verlernen, sondern widmet sich diesen Fragen unmittelbar, indem Erfahrungen aus der Projektpraxis entlang des DCRP-Ansatzes reflektiert werden (Decolonial Critical Reflective Practice). Im Gespräch wird insbesondere die Differenz zwischen anfänglichen Erwartungen und den Erfahrungen in der Umsetzung in den Blick genommen und Raum eröffnet, um Spannungen und Missverständnisse im Forschungsprozess sowie die damit verbundenen Lernprozesse zu reflektieren. |
| 13:30-14:20 | Mittagessen |
| Praxisdiskurs „Lernen und Lehren mit der Gesellschaft“ | |
| 14:20-15:20 | Praxisdiskurs I: Situierte Praxis & Place-Based Learning: Der Praxisdiskurs thematisiert Konzepte, Methoden und praktische Erfahrungen der situierten Praxis, des Community-based und des Place-based Learning als Ansätze des Lernens und Lehrens mit der Gesellschaft. Lernen als wird als ein in konkrete soziale, räumliche und gesellschaftliche Kontexte eingebetteter Prozess verstanden, bei dem Studierende und Projekte mit außeruniversitären Partner*innen und lokalen Communities zusammenarbeiten und wissenschaftliche Fragestellungen mit realen gesellschaftlichen Herausforderungen verbinden. Im Fokus stehen Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen partizipativer und ortsbezogener Lehr- und Projektformate, die Lehre und universitäre Arbeit als gemeinsamen wechselseitigen Wissensraum gestalten und gesellschaftliche Perspektiven in Seminare und Projekte integrieren. |
| 15:30-16:30 | Praxisdiskurs II: Praxisakteure in der Lehre und im Lehramt: Der Praxisdiskurs bespricht wie die Einbindung gesellschaftlicher Akteur*innen in der Lehrkräftebildung gelingen kann. Kooperationen mit Schulen, zivilgesellschaftlichen Initiativen, kulturellen Einrichtungen oder lokalen Organisationen ermöglichen angehenden Lehrkräften, pädagogische Praxis frühzeitig mit gesellschaftlichen Perspektiven zu verbinden, Schule als Teil eines sozialen und demokratischen Umfelds zu verstehen und kreatives Lernen und Lehren auszuprobieren. Das Panel ermöglicht einen Austausch über Potenziale, kreative Kooperationen und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Partner*innen in der Lehrkräftebildung. |
| 16:30-17:00 | Kaffeepause |
| Performative Begegnungen „Embodied Futures: Wissen und Bewegung“ (findet in Englisch statt) | |
| Embodied Futures: Wissen und Bewegung: Welche Rolle spielt der Körper als Ort von Erkenntnis in einer postdigitalen Wissenskultur? Welche epistemischen Perspektiven eröffnen körperbasierte Ansätze für Lern- und Forschungsprozesse, die traditionell stark kognitionszentriert ausgerichtet sind? Zwei interaktive Präsentationen und eine anschließende Paneldiskussion widmen sich diesen Fragen und zeigen, wie sie in kreativen Kollaborationen zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft erprobt werden. Die Veranstaltung gibt Einblick in Projekte des neuen Public Engagement Hub „Embodied Futures: Wissen und Bewegung“ am ZfK. Der Hub versteht Wissensproduktion als kooperativen Prozess und unterstützt Projekte und Lehrformate, die kreative körperbasierte Ansätze als Forschungsmethode, Lehrmedium und Vermittlungsformat erproben sowie wissenschaftlich-künstlerisch-praktisches Arbeiten als partizipative Praxis entwickeln. | |
| 17:00-17:50 | Performative Begegnung I: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki & Irina Demina |
| 18:00-18:50 | Performative Begegnung II: Anna Schäffner & Michaela Filzi |
| 19:00-20:00 | Panel-Diskussion zum Public Engagement Hub „Embodied Futures: Wissen und Bewegung“ |
| Im Anschluss | Getränke und Austausch |
Veranstaltet durch
- HU Kompetenzfeld ‚Wissensaustausch mit der Gesellschaft‘ am Zentrum für Kulturtechnik, die zentrale Anlaufstelle der HU Berlin für Public Engagement und partizipative Forschung, Lehre und Praxis
- ZfK-Bereich ‘Theorie und Praxis des Kuratierens,’ Lehrstuhl für inter- und transdisziplinäre Auseinandersetzung mit kuratorischen Praktiken
- Programm ‘Botschafter*innen für eine Offene Wissenschaft’ mit Xenia Muth und Dr. Alia Rayyan von Zentrum für Kulturtechnik als Open Science Botschafter*innen 2025-26

Foto: Stefan Klenke




