Archiv der Kategorie: Wissensaustausch mit der Gesellschaft

Anders geFragt – die neue Reihe mit Communicator Preisträgerin Petra Anders (SAVE THE DATE: 6.7.)

#1 Wie lernen und handeln wir gemeinsam?

Die erste Veranstaltung dieser neuen Reihe widmet sich der Frage, wie nachhaltige Lern- und Handlungsprozesse durch Partizipation gestaltet werden können und welche Bedeutung eine zukunftsorientierte Wissenschaftskommunikation sowie der Wissensaustausch mit der Gesellschaft dabei einnehmen.

Wir laden Sie am 6. Juli 2026 zwischen 17:00 – 18:30 Uhr (mit anschließendem Empfang bis 19:30 Uhr) herzlich in die Mechanische Arena im Foyer des Humboldt Forums ein.

Die Moderation des Abends übernimmt die Communicator-Preisträgerin 2025 Prof. Dr. Petra Anders (Deutschdidaktik/ Grundschullehramt, Humboldt-Universität), die mit ausgewählten Gästen aus Wissenschaft, Bildung, Politik und Zivilgesellschaft in den Austausch tritt:

  • Prof. Dr. Markus Schrenk, Professor für Theoretische Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Initiator der Veranstaltungsreihe denXte 
  • Berit Weiß, Wissenschaftskommunikatorin und Co-Moderatorin im denXte Team (Communicator-Preis- Wissenschaftspreis des Stifterverbandes 2022)
  • Dr. Julia Landgraf, Referatsleitung für Studium & Lehre, Lehrkräftebildung, Sudentische Angelegenheiten und Gleichstellung im Berliner Senat
  • Sarah Sune Lenge, Early Career Researcher Erziehungswissenschaften HU Berlin und Vorstand von „Internationales Netzwerk der Hochschulwerkstätten e.V.“ (NeHIe)

In einem dialogischen und interaktiven Setting sind auch Sie als Teilnehmende eingeladen, Ihre Perspektiven einzubringen und gemeinsam mit den Podiumsgästen zentrale Fragen an der Schnittstelle von Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft zu diskutieren.

Das Grußwort spricht Prof. Dr. Julia von Blumenthal, Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Veranstaltung wird präsentiert vom Zentrum für Kulturtechnik (ZfK) der Humboldt-Universität mit freundlicher Unterstützung durch den Stifterverband und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir bitten um Anmeldung unter: wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de

Foto: Stefan Klenke

Physik Tanzen in der Grundschule: Projektwoche WisTanz

In der Woche vom 13. bis 17. April fand der Workshop “WisTanz” in Kooperation mit einer 6. Klasse der Grundschule Neues Tor statt. Mit diesem Projekt beginnt das Zentrum für Kulturtechnik (ZfK) eine Zusammenarbeit mit der Staatlichen Europa-Schule Deutsch-Portugiesisch, die in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Campus Nord der Humboldt-Universität liegt. Weitere Partnerschulen im Projekt sind die Kolumbus-Grundschule in Reinickendorf und die Albert-Gutzmann-Schule im Wedding.

Die Kinder waren eingeladen, täglich für zwei Stunden in das Objektlabor am ZfK zu kommen und die unsichtbaren Phänomene der theoretischen Physik tanzend zu erforschen: Wie bewegen sich kleinste Teilchen? Was hält Planeten auf ihren Bahnen? Was ist  Relativität? Warum ist Schwerkraft so wichtig? Und wie fühlt es sich an, wenn „alles mit allem verbunden“ ist?

Das Projekt wurde von der Berliner Choreographin Irina Demina gemeinsam mit den theoretischen Physikerinnen Prof. Valentina Forini und Dr. Allison Pinto von der Humboldt-Universität im Rahmen des Programms „WisTanz an der Grundschule“ entwickelt und vom Team für Wissensaustausch mit der Gesellschaft am Zentrum für Kulturtechnik beauftragt und begleitet.

Der Workshop war geprägt von einem lebendigen Austausch: Die Kinder stellten zahlreiche Fragen und brachten sich aktiv und mit großer Neugier ein. Viele äußerten großes Interesse, auch andere Fächer wie Mathe, Englisch oder Kunst über Tanz zu erlernen. Die Verbindung von wissenschaftlichen Inhalten mit kreativen Methoden ermöglichte einen spielerischen Zugang, in dem sich naturwissenschaftliches Denken mit künstlerischen Ausdrucksformen ergänzte und Körperbewusstsein sowie kooperatives Arbeiten förderte.

Durch das Projekt sollen frühe Zugänge zu Wissenschaft für Alle ermöglicht werden.

Eine Kostprobe für Kinder ab 7 Jahren wird am 6. Juni bei der Langen Nacht der Wissenschaft im Institut für Physik (3.101, Stockwerk, 3. OG) in Adlershof erlebbar sein:
17.15 – 18.00 Uhr
18.15 – 19.00 Uhr

Bei Fragen zum Projekt: wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de

Für mehr Eindrücke zu Tanz und Wissenschaft an der HU: Zum Video

Fotos Stefan Klenke

Irina Demina ist Choreografin, künstlerische Forscherin und Pädagogin. 2024 gründete sie SCARBOD Lab – als transdisziplinäre Plattform für körperbasierte Formate zwischen Wissenschaft und Kunst. 2025 war sie Artist in Residence am ZfK (HU) und arbeitet aktuell an ‚Science on the Dancefloor‘ (Universität Tübingen).

Dr. Allison Pinto ist Sciencefluencer, Physikerin und Verwaltungsleiterin am Institut für Physik (HU) und hat 2022 mit weiteren Mitgliedern des Graduiertenkollegs „Rethinking Quantum Field Theory“ u.a. den YouTube-Kanal „Non-Standard Models“ ins Leben gerufen. Auch auf Instagram und TikTok vermittelt sie physikalische und mathematische Konzepte – manchmal durch Tanz.

Werkstatt-Konferenz: Lernen, Lehren und Forschen mit der Gesellschaft

Engagement mit gesellschaftlichen Akteuren ist eine der vier Säulen der UNESCO-Empfehlung zu Open Science: Personen und Institutionen aus der Gesellschaft sollen aktiv an der Schaffung von Wissen beteiligt und wissenschaftliche Prozesse auf der Basis partizipativer Kooperationen transparenter, integrativer und für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich gestaltet werden.

Das HU Kompetenzfeld ‚Wissensaustausch mit der Gesellschaft‘ am Zentrum für Kulturtechnik und das BUA Programm ‚Botschafter*innen für eine Offene Wissenschaft’ laden alle Interessierten dazu ein, Möglichkeiten solcher innovativen Zusammenarbeit und Austauschformate zwischen wissenschaftlichen, künstlerischen und zivilgesellschaftlichen Perspektiven auf der Werkstatt-Konferenz zu diskutieren. Im Fokus stehen erprobte Kooperationen aus partizipativer Forschung, Ausstellungspraxis oder Lehre sowie künstlerisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit an der Humboldt-Universität. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf der Praxis des Übersetzens zwischen verschiedenen Akteuren aus Wissenschaft und Gesellschaft um Wissensproduktion als gemeinsamen, dialogischen Prozess zu gestalten. Die Veranstaltung reflektiert Übersetzungspraktiken zwischen Forschung und Anwendung, zwischen universitärer Lehre und außeruniversitären Erfahrungsräumen sowie zwischen wissenschaftlichen, künstlerischen und alltäglichen Wissensformen.

Die Veranstaltung mit Werkstatt-Charakter bietet Raum für Vernetzung, informellen Erfahrungsaustausch und praxisorientierte Diskussionen mit dem Ziel, innovative Formate und Kooperationen im Wissenschaftsalltag umzusetzen und zu den Grundsätzen von Open Science beizutragen: nachhaltige Transparenz und Öffnung von Wissenschaft, Stärkung gesellschaftlicher Zusammenarbeit und Teilhabe, sowie Enthierarchisierung von Wissensproduktion.

Zeit: Freitag, 12. Juni 2026

Ort: Zentrum für Kulturtechnik, HU Campus Nord, Haus 3, Philippstr. 13, 10155 Berlin

Anmeldung: Werkstatt-Konferenz

Programm
Pre-Conference (auf Einladung)
09:30-11:30 Pre-Conference: Workshop zur Zukunft und Strategie für Partizipation in Forschung und Lehre an der HU Berlin: Der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft prägt seit jeher das Selbstverständnis der Humboldt-Universität zu Berlin. Aufbauend auf diesem Anspruch sollen die Strukturen und Kooperationen an der Humboldt-Universität kontinuierlich weiterentwickelt werden um Impulse für eine offene Wissenschaft zu setzen und das Lernen, Lehren und Forschen in partizipativen und transdisziplinären Formaten zu fördern. Der Workshop widmet sich der Zukunft und den strategischen Zielsetzungen im Themenfeld Wissensaustausch mit der Gesellschaft. Er diskutiert notwendige institutionelle Veränderungen, Unterstützungsstrukturen für engagierte Universitätsmitglieder und nächste Schritte. In einem World-Café-Format sind die Teilnehmenden eingeladen, Perspektiven auszutauschen und zukünftige Entwicklungen gemeinsam zu erarbeiten.
11:30 Begrüßung und Kaffee
Panel-Diskussion „Zwischen Universität und Gesellschaft“
12:00-13:30 Panel-Diskussion „Zwischen Universität und Gesellschaft: Übersetzen, Vermitteln, Verlernen. Reflexive Praktiken der Wissensproduktion“: Das Panel versteht Wissensaustausch als eine Form reflexiver Übersetzungsarbeit zwischen Universität und Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus transversaler Lehre, partizipativer Forschung und künstlerisch-wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Diskutiert wird, wie Wissensproduktion gestaltet werden kann, ohne bestehende Hierarchien und Ausschlüsse zu reproduzieren, und welche Rolle dabei Reflexion, Verlernen und situierte Praxis spielen. Zugleich spricht das Panel nicht nur über Übersetzen, Vermitteln und Verlernen, sondern widmet sich diesen Fragen unmittelbar, indem Erfahrungen aus der Projektpraxis entlang des DCRP-Ansatzes reflektiert werden (Decolonial Critical Reflective Practice). Im Gespräch wird insbesondere die Differenz zwischen anfänglichen Erwartungen und den Erfahrungen in der Umsetzung in den Blick genommen und Raum eröffnet, um Spannungen und Missverständnisse im Forschungsprozess sowie die damit verbundenen Lernprozesse zu reflektieren.
13:30-14:20 Mittagessen
Praxisdiskurs „Lernen und Lehren mit der Gesellschaft“
14:20-15:20 Praxisdiskurs I: Situierte Praxis & Place-Based Learning: Der Praxisdiskurs thematisiert Konzepte, Methoden und praktische Erfahrungen der situierten Praxis, des Community-based und des Place-based Learning als Ansätze des Lernens und Lehrens mit der Gesellschaft. Lernen als wird als ein in konkrete soziale, räumliche und gesellschaftliche Kontexte eingebetteter Prozess verstanden, bei dem Studierende und Projekte mit außeruniversitären Partner*innen und lokalen Communities zusammenarbeiten und wissenschaftliche Fragestellungen mit realen gesellschaftlichen Herausforderungen verbinden. Im Fokus stehen Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen partizipativer und ortsbezogener Lehr- und Projektformate, die Lehre und universitäre Arbeit als gemeinsamen wechselseitigen Wissensraum gestalten und gesellschaftliche Perspektiven in Seminare und Projekte integrieren.
15:30-16:30 Praxisdiskurs II: Praxisakteure in der Lehre und im Lehramt: Der Praxisdiskurs bespricht wie die Einbindung gesellschaftlicher Akteur*innen in der Lehrkräftebildung gelingen kann. Kooperationen mit Schulen, zivilgesellschaftlichen Initiativen, kulturellen Einrichtungen oder lokalen Organisationen ermöglichen angehenden Lehrkräften, pädagogische Praxis frühzeitig mit gesellschaftlichen Perspektiven zu verbinden, Schule als Teil eines sozialen und demokratischen Umfelds zu verstehen und kreatives Lernen und Lehren auszuprobieren. Das Panel ermöglicht einen Austausch über Potenziale, kreative Kooperationen und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Partner*innen in der Lehrkräftebildung.
16:30-17:00 Kaffeepause
Performative Begegnungen „Embodied Futures: Wissen und Bewegung“ (findet in Englisch statt)
Embodied Futures: Wissen und Bewegung: Welche Rolle spielt der Körper als Ort von Erkenntnis in einer postdigitalen Wissenskultur? Welche epistemischen Perspektiven eröffnen körperbasierte Ansätze für Lern- und Forschungsprozesse, die traditionell stark kognitionszentriert ausgerichtet sind? Zwei interaktive Präsentationen und eine anschließende Paneldiskussion widmen sich diesen Fragen und zeigen, wie sie in kreativen Kollaborationen zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft erprobt werden. Die Veranstaltung gibt Einblick in Projekte des neuen Public Engagement Hub „Embodied Futures: Wissen und Bewegung“ am ZfK. Der Hub versteht Wissensproduktion als kooperativen Prozess und unterstützt Projekte und Lehrformate, die kreative körperbasierte Ansätze als Forschungsmethode, Lehrmedium und Vermittlungsformat erproben sowie wissenschaftlich-künstlerisch-praktisches Arbeiten als partizipative Praxis entwickeln.
17:00-17:50 Performative Begegnung I: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki & Irina Demina
18:00-18:50 Performative Begegnung II: Anna Schäffner & Michaela Filzi
19:00-20:00 Panel-Diskussion zum Public Engagement Hub „Embodied Futures: Wissen und Bewegung“
Im Anschluss Getränke und Austausch

Veranstaltet durch

  • HU Kompetenzfeld ‚Wissensaustausch mit der Gesellschaft‘ am Zentrum für Kulturtechnik, die zentrale Anlaufstelle der HU Berlin für Public Engagement und partizipative Forschung, Lehre und Praxis
  • ZfK-Bereich ‘Theorie und Praxis des Kuratierens,’ Lehrstuhl für inter- und transdisziplinäre Auseinandersetzung mit kuratorischen Praktiken 
  • Programm ‘Botschafter*innen für eine Offene Wissenschaft’ mit Xenia Muth und Dr. Alia Rayyan von Zentrum für Kulturtechnik als Open Science Botschafter*innen 2025-26

   

Foto: Stefan Klenke

Lernen und Lehren mit der Gesellschaft: offene Veranstaltungen und Seminare

In Lehrveranstaltungen des Förderprogramms „Lernen und Lehren mit der Gesellschaft“ erkunden Lehrende und Studierende, wie Lernen in und mit der Gesellschaft gestaltet werden kann und öffnen die Kurse für eine beite Teilnahme.

Veranstaltungsreihe zum Archiv „The Fifth Wall – Navina Sundaram“

In Kooperation mit Akteur*innen aus Bildungsarbeit, künstlerischer Film- und Archivpraxis reflektiert das Seminar “The Fifth Wall – Navina Sundaram. Arbeiten mit einem digitalen und materiellen Archiv“ von Prof. Dr. Nadja-Christina Schneider theoretische und methodologische Zugänge zu Archiven. Ausgangspunkt ist das Archiv „The Fifth Wall – Navina Sundaram“, das journalistische, filmische und persönliche Materialien unter anderem zu Migration, Feminismus, Dekolonisierung und Medienkritik versammelt.

Die öffentliche Veranstaltungsreihe, moderiert von Prof. Dr. Nadja-Christina Schneider, bietet im Sommersemester 2026 Einblicke in das Online-Archiv, in die Arbeit mit ausgewählten Originalmaterialien und in Diskurse um Archive als Orte gesellschaftlicher Wissensproduktion. Um eine kurze Anmeldung zum Veranstaltungsbesuch an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de wird gebeten.

Archivische Praxis zwischen Online-Archiv und Sammlung: „Die Fünfte Wand – Navina Sundaram“

29.04.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Präsentation und Gespräch mit Merle Kröger, Krimi-Schriftstellerin, Drehbuchautorin, Filmemacherin, Künstlerin und Produzentin. Zusammen mit Mareike Bernien und in enger Abstimmung mit Navina Sundaram hat sie das Online-Archiv „Die fünfte Wand“ konzipiert und umgesetzt.

Kuratiertes Erinnern im digitalen Raum: Konzept, Ansatz und Realisierung des Online-Archivs „Die Fünfte Wand – Navina Sundaram“

06.05.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Präsentation und Gespräch mit Mareike Bernien, Künstlerin, Filmemacherin und Dozentin. In Ihrer Arbeit konzentriert sie sich auf Erinnerungspolitik, Medienarchäologie und kritische Archivierungspraktiken. Zusammen mit Merle Kröger und in enger Abstimmung mit Navina Sundaram hat sie das Online-Archiv „Die fünfte Wand“ konzipiert und umgesetzt.

Von „Die fünfte Wand“ zu „WHO CARED“. Sichtbarkeit schaffen durch digitale Archive

20.05.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Präsentation und Gespräch mit Urmila Goel, Kulturanthropologin und Vertretungsprofessorin für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit den späten 1990ern forscht sie zur Migration aus Indien nach Deutschland. Die digitalen Archive „Die fünfte Wand“ und „WHO CARED“ schaffen Sichtbarkeit für unterschiedliche Migrationsbewegungen aus Indien in die BRD in den 1960er/70er/80ern.

Sehen, Einordnen, Weiterdenken: Bildungsarbeit zu Medienpraxis, Geschichte und Gegenöffentlichkeit im Navina Sundaram-Archiv

03.06.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Interaktiver Workshop mit Rubaica Jaliwala, freiberufliche Lektorin und Übersetzerin von literarischen, künstlerischen und kulturellen Texten und Büchern. Sie lebt in Mumbai und Berlin. Als Trainerin und Bildungsberaterin hat sie auf vier Kontinenten Workshops zu den Themen interkulturelles Lernen und Vielfalt, Antirassismus und Gender geleitet.

Archive befragen: Studentische Forschungsprojekte im Kontext des Navina Sundaram-Archivs und darüber hinaus

10.06.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Kurzpräsentationen und Gespräch mit HU-Studierenden über bereits abgeschlossene bzw. laufenden Forschungsprojekte, die aus der Auseinandersetzung mit dem Navina Sundaram-Archiv entstanden sind.

Über die Medienarbeit hinaus: Zur Bedeutung von Navina Sundarams Dokumentarfilmen

01.07.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Präsentation und Diskussion mit Nadja-Christina Schneider, Professorin für Gesellschaften und Kulturen Südasiens an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie forscht und lehrt unter anderem zu den Bereichen Gender, Medien und Stadt.

(Um eine kurze Anmeldung zum Veranstaltungsbesuch an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de wird gebeten.)

 

„Berlin. Kultur. Stadt.“ Kulturräume in Berlin: eine datengestützte räumliche Erforschung

29.05.2026, 16-20:00 Uhr, ZfK Kurssaal

Die Veranstaltung des Seminars „Berlin. Kultur. Stadt“ behandeln interdisziplinäre Perspektiven auf die „Kreative“ Stadt Berlin – mit ihren kultur- und stadtentwicklungspolitischen Erscheinungsformen, Politiken und Räumen. Die im Seminar erprobten methodischen Zugänge zur raumbezogenen Erforschung des Berliner Stadtraums, von qualitativen Methoden bis zu kreativen Forschungsansätzen wie Mapping/Kartierung oder multisensorische Ansätze, Sound- oder Smellscapes, werden in einer Abschlussausstellung und in einem Fishbowl-Talk besprochen.

„Berlin. Kultur. Stadt“ – ein Projekt der HU Berlin präsentiert von Geographie-Studierenden unter Leitung von Prof. Dr. Friederike Landau-Donnelly in Kooperation mit Kulturraum Berlin gGmbH.

Um eine kurze Anmeldung zum Veranstaltungsbesuch an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de wird gebeten.

 

Theaterpraxis – Living Archive

Lange Nacht der Wissenschaften

06.06.2026, 17:00-24:00 Uhr, an verschiedenen Standorten

In dem Kurs „Theaterpraxis: Living Archives“ erwecken Studierende Objekte, Texte und ihre Geschichte(n) aus HU-Archiven und Sammlungen mit Literaturbezug zum Leben. Anhand von Übungen und Methoden des Darstellenden Spiels und des Improvisationstheaters werden Ausdrucksmöglichkeiten von Stimme, Körper, Gestik und Mimik erkundet und kleine Einzel- und
Gruppenszenen erarbeitet. Diese ’Objektszenierungen’ werden als Pop-Up-Aufführung bei der Langen Nacht der Wissenschaften vorgestellt!

Die genauen Informationen zu den Standorten der Pop-up-Aufführungen werden hier in Kürze veröffentlicht.

 

Abschlussveranstaltung des Seminars

10.07.2026, 17:00-20:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Eine weitere Aufführung der Objektinszinierungen wird am 10.07. am Objektlabor stattfinden. Um eine kurze Voranmeldung an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de wird gebeten.

 

 

„Hazardous Hope. Streifzüge durch das kontaminierte Berlin“

16.07.2026, Nachmittags, Tempelhofer Feld

Die Abschlussveranstaltung des Kurses ‘Hazardous hope’ lädt zu einem partizipativen Programm ein, bei der die Studierenden Einblicke in ihre Streifzüge durch das kontaminierte Berlin geben. Bei diesen erkundeten die Studierenden Stoffpolitiken der ‘hazardous hope’ – eine Praxis, die inmitten der Realität permanent kontaminierter Umgebungen neue Formen des Zusammenlebens erprobt.

Weitere Details zu der Veranstaltung werden hier in Kürze bekanntgegeben.

 

 

Werkstatt-Konferenz „Lernen, Lehren und Forschen mit der Gesellschaft“ 

12. Juni 2026, 09:30–19:30 Uhr, Zentrum für Kulturtechnik

Wie gelingen erfolgreiche Kooperationen und Austausch zwischen Kunst, Gesellschaft und Wissenschaft? Die Werkstatt-Konferenz des Kompetenzfeldes ‚Wissensaustausch mit der Gesellschaft‘ lädt ein, diesen Grundsatz von Open Science praxisorientiert zu diskutieren: im Fokus stehen Übersetzungspraktiken zwischen verschiedenen Wissensformen und Akteuren, partizipative Lehrformate und künstlerisch-wissenschaftliche Kooperationen zu bewegungsbasierten Methoden.

Foto: Franziska Blume

Lernen und Lehren mit der Gesellschaft im Sommersemester 2026

Im Rahmen der Förderung „Lernen und Lehren mit der Gesellschaft: Transdisziplinäres Kursprogramm“ erkunden Lehrende und Studierende, wie  Lernen in und mit der Gesellschaft gestaltet werden kann.

In Kooperation mit Künstler:innen, Kultureinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen integrieren die geförderten Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2026 Erfahrung und Wissen aus der Gesellschaft, darunter künstlerische Archiv- und Sammlungsarbeit, ortsspezifisches Wissen und diskriminierungskritische Diskurse. Sie erproben eine künstlerische Auseinandersetzung mit Themen wie Kultur, Gesundheit oder Umweltbelastung in Berlin, und nutzen bewegungsbasierte Methoden der Wissensverarbeitung in der politischen Theorie und in sozialen Bewegungen.

 

1. “The Fifth Wall – Navina Sundaram. Arbeiten mit einem digitalen und materiellen Archiv“

Prof. Dr. Nadja-Christina Schneider (Institut für Asien- und Afrikawissenschaften)

Das Seminar verbindet die Arbeit mit dem Online-Archiv „Die Fünfte Wand – Navina Sundaram“, das journalistische, filmische und persönliche Materialien zu Migration, Feminismus, Dekolonisierung und Medienkritik versammelt, und die praktische Auseinandersetzung mit Originalmaterialien im Objektlabor am ZfK. Archive werden als Orte gesellschaftlicher Wissensproduktion vertiefend reflektiert. In Kooperation mit Akteur*innen aus Bildungsarbeit, künstlerischer Film- und Archivpraxis sowie sechs öffentlichen Veranstaltungen werden außeruniversitäre Perspektiven eingebunden.

 

2. Theaterpraxis: Living Archives

Dr. Constanze Baum (Institut für deutsche Literatur)

In diesem Kurs am Theaterhaus Mitte und im Objektlabor am ZfK sollen als „Living Archives“ Objekte, Texte und ihre Geschichte(n) aus HU-Archiven und Sammlungen mit einem Literaturbezug zum Leben erweckt werden. Anhand von Übungen und Methoden des Darstellenden Spiels und des Improvisationstheaters werden Ausdrucksmöglichkeiten von Stimme, Körper, Gestik und Mimik erkundet und kleinere Einzel- und Gruppenszenen erarbeitet. Recherche, Entwicklung und Verschriftlichung einer solchen „Objektszenierung“ sowie eine Pop-Up-Aufführung ausgewählter Szenen bei der Langen Nacht der Wissenschaften sind Teil des Kurses.

 

3. Haltung zeigen als Lehrkraft? Zum Umgang mit Demokratiefeindlichkeit und Extremismus in Schule und Unterricht

Dr. Julia Frohn (Professional School of Education, PSE)

In Zusammenarbeit mit dem Verein „Aufstehen gegen Rassismus“ behandelt das Seminar die Rolle von Lehrkräften im Umgang mit Demokratiefeindlichkeit und Extremismus. Es reflektiert, was es bedeutet, als Lehrkraft „Haltung zu zeigen“ und welche Handlungsspielräume für Lehrkräfte in Schule und Unterricht bestehen. Die begleitende Übung untersucht politische Mobilisierung auf TikTok mit Fokus auf Memes als Träger extremistischer Inhalte. Studierende analysieren deren Wirkung und entwickeln eigene demokratiefördernde Memes zur Demokratie- und Medienbildung.

 

4. Diskriminierungskritische Filmbildung zwischen Schule, Kino, Gesellschaft

Charlotte Wiesner (Institut für Erziehungswissenschaften, Deutschunterricht und seine Didaktik in der Primarstufe)

In dem filmdidaktischen Seminar für angehende Grundschullehrkräfte wird gemeinsam mit Studierenden in einem offenen Austausch mit Praxisakteur*Innen aus der Gesellschaft darüber nachgedacht, wie eine diskriminierungskritische Filmbildung im Klassenzimmer gestaltet werden kann. Das Seminar verfolgt dabei einen forschenden und partizipativen Ansatz. Hierfür werden Akteur*Innen aus der BIPOC-Community sowie aus der Film- und Kinolandschaft (z. B. Kinemathek, Vision Kino – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz, Kinos, Filmschaffende) in das Seminar eingebunden.

 

5. Berlin.Kultur.Stadt.

Prof. Dr. Friederike Landau-Donnelly (Geographisches Institut, Kultur- und Sozialgeographie)

Ziel der Veranstaltung “Berlin.Kultur.Stadt.“ ist die Vermittlung von interdisziplinären Perspektiven auf die ‚Kreative‘ Stadt Berlin. Mithilfe von studentisch erarbeiteten Mappings verschiedener kultureller Infrastrukturen in Berlin und in Kooperation mit der zivilgesellschaftlichen Partnerin Kulturraum gGmbH, die das “Kulturkataster” ins Leben gerufen hat, erforschen die Studierenden kultur- und stadtentwicklungspolitische Bedeutung Berlins als Kulturstadt. In einer Abschlussausstellung geben die Studierenden im Rahmen transdisziplinärer Wissensvermittlung Einblicke in die raumbezogene Erforschung von Kulturorten.

 

6. Gesundheit und Kunst in Berlin: Institutionen, kollektive Praktiken und künstlerische Strategien

Maria Morata (Berlin Perspectives)

Wie hinterfragen zeitgenössische künstlerische Praktiken die Dichotomie von Gesundheit und Krankheit? Im Kontext von Disability Studies und Crip Theory untersucht der Kurs künstlerische Erfahrungen von Krankheit und Vulnerabilität als Ausgangspunkt für soziale Transformation und als emanzipatorische Strategien in einer normativen und ableistischen Gesellschaft. Der Kurs bringt Perspektiven von  Berliner Künstler*Innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen zusammen und beinhaltet  Besuche im Berliner Medizinhistorischen Museum und im Tieranatomischen Theater der Humboldt-Universität.

 

„Embodied Futures. Wissen und Bewegung“

Im Rahmen eines neuenPublic Engagement Hubs am ZfK „Embodied Futures. Wissen und Bewegung“ werden Lehrveranstaltungen unterstützt, die kreative Bewegungsansätze als Forschungsmethode, Lehrmedium und Vermittlungsformat erproben und wissenschaftlich-künstlerisch-praktisches Forschen als partizipative Form der Wissensproduktion verstehen.

7. Hazardous Hope. Streifzüge durch das Kontaminierte Berlin

Dr. Léa Perraudin (Institut für Kulturwissenschaft und Medienwissenschaft, Exzellenzcluster Matters of Activity)

„Hazardous hope“ – so nennen Ayushi Dhawan und Simone M. Müller (2024) eine Praxis, die inmitten der Realität permanent kontaminierter Umgebungen neue Formen des Zusammenlebens erprobt, statt auf Reinheit oder Erlösung zu hoffen. Wir begeben uns auf Streifzüge durch das kontaminierte Berlin, um die Stoffpolitiken der hazardous hope über verkörperte und spekulative Methoden und im Austausch mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, Community-Initiativen und Künstler*innen zu verhandeln.

 

8. Soziale Medien und soziale Bewegungen

Prof. Dr. Shintaro Miyazaki (Institut für Kulturwissenschaft und Medienwissenschaft)

Soziale Medien informieren nicht nur über die globale politische und gesellschaftliche Lage, sondern prägen zugleich den Alltag vieler Mitbürger*innen und tragen Maßgeblich zur Polarisierung bei. Die Vorlesung untersucht aus medienwissenschaftlicher Perspektive, wie diese Dynamiken entstehen und welche Rolle soziale Medien für nachhaltige soziale Bewegungen spielen können. Gemeinsam mit der Choreographin Irina Demina wird ein experimenteller Ansatz erprobt, der role-playing activities (Resnick & Wilensky) durch choreografische und körperbasierte Methoden erweitert, um soziale Dynamiken und Polarisierungsprozesse erfahrungsbasiert zu untersuchen.

 

9. Körper, Geschlecht, Öffentlichkeit. Einführung in Iris Marion Youngs feministische politische Theorie

Dr. Jeanette Ehrmann (Institut für Sozialwissenschaften, Arbeits- und Lehrbereich Theorie der Politik)

In diesem Seminar erschließen wir Iris Marion Youngs feministische politische Theorie anhand ihrer Essays zu weiblicher Körpererfahrung. Wir erkunden, wie Ungleichheit und Unterdrückung auf Körper wirken und verknüpfen dies mit intersektionalen Positionen zu Ableismus, Klassismus und Rassismus sowie zu trans* und nicht-binären Geschlechteridentitäten. Das Seminar findet in Zusammenarbeit mit einer Künstlerin im Rahmen des Hubs „Embodied Futures: Wissen und Bewegung“ statt und verbindet Körperwissen, Bewegung und theoretische Reflexion.

 

Public Engagement Fortbildung für Forschende

Die Humboldt Graduate School (HGS) bietet in Kooperation mit dem Kompetenzfeld Wissensaustausch mit der Gesellschaft und der Berlin School of Public Engagement and Open Science eine Fortbildung zum Thema Public Engagement für BUA-Wissenschaftler*innen in der PhD oder Postdocs-Phasen an.

In diesem Workshop werden die Grundlagen des Public Engagement und das Nutzen von Konzepten des Wissensaustauschs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft für Forschung und Praxis behandelt. Die Teilnehmenden werden eine Kombination aus theoretischen Grundlagen und praktischen Übungen erarbeiten, die ihnen helfen, Public Engagement in ihre Arbeit zu integrieren. Der erste Teil des Tages konzentriert sich auf die Bausteine ​​des Public Engagement und auf die individuellen Ziele der Teilnehmenden für die Arbeit mit verschiedenen Zielgruppen. Am Nachmittag vertieft der Workshop die praktischen Aspekte der Gestaltung von Interaktionen, der Planung und der Erfolgsmessung in Public Engagement Projekten.

  • Zeit bis
  • Ort: Humboldt Graduate School, Luisenstraße 56, 10117 Berlin, Raum 220
  • Format: Präsenz-Workshop auf Englisch
  • Zielgruppe:  Wissenschaftler*innen der BUA in der PhD oder Postdocs-Phase

Anmeldung: Bei Interesse melden Sie sich für den Workshop bis zum 11. Februar 2026 hier an: https://hu.opencampus.com/de/node/12744

Foto: Philipp Plum

Austausch zwischen Universität und Gesellschaft unterstützen: Einblicke in ein Public Engagement Praktikum

Interview mit Jayun Choi, Brown University

Jayun Choi verbrachte den Herbst 2025 an der Humboldt-Universität und absolvierte ein Praktikum beim Kompetenzfeld Wissensaustausch mit der Gesellschaft am Zentrum für Kulturtechnik. Sie unterstützte vor allem universitätsweite Programme im Bereich Wissensaustausch mit der Gesellschaft und organisierte das Fluid Interdisciplinarities Festival mit. Im Interview teilt sie ihre Eindrücke über die Mitarbeit beim Austausch zwischen Universität und Gesellschaft.

 

Welche Erkenntnis hast du zum Thema Public Engagement gewonnen, insbesondere dazu, wie ein Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft funktionieren kann? 

Für mich ist eine wichtige Erkenntnis, dass es beim Public Engagement nicht in erster Linie darum geht, Wissenschaft zu vermitteln oder akademisches Wissen für die Öffentlichkeit aufzubereiten. Vielmehr geht es darum, Räume für den gegenseitigen Austausch zu schaffen, in denen Menschen teilnehmen, Fragen stellen und eigene Beiträge leisten können. Dies wurde für mich zum Beispiel während der Berlin Science Week deutlich, als Irina Demina, die Choreographin-in-Residenz am ZfK, ihre Forschungsarbeit an der Schnittstelle zwischen Volkstanz und künstlicher Intelligenz vorstellte. Anstatt ihre Arbeit abstrakt zu erklären, lud sie das Publikum ein, ihre Forschung durch Bewegung zu erleben. Sie ermutigte die Menschen, Fragen zu stellen und darüber nachzudenken, wie bewegungsbasierte Praxis als eine Form der Forschung funktionieren kann. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie effektiv Public Engagement als Prozess gemeinsamer Forschung funktionieren kann, bei dem Wissenschaft und Gesellschaft durch gelebte Erfahrung, Neugier und Austausch zusammenkommen.

Welches Projekt während deines Praktikums war für dich am bedeutungsvollsten? Und warum?

Während meines Praktikums war die Arbeit an der Kommunikation von Forschungs- und Kunstprojekten mithilfe sozialer Medien und Festivalmaterialien eines der bedeutungsvollsten Projekte für mich. Bei der Erstellung von Inhalten für Projekte wie die Berlin Science Week, das Förderprogramm „Open Humboldt Freiräume” oder das „Dance Artist in Residence“ Programm habe ich mich darauf konzentriert, komplexe Forschungs- und Kunstpraktiken einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dieser Prozess hat mein Verständnis von Forschungs- und Wissenschaftskommunikation als einen Akt der Gestaltung geschärft, bei dem redaktionelle Entscheidungen darüber bestimmen, wie institutionelles Wissen in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Ich habe auch gelernt, wie Universitäten durch bewusste Kommunikationsentscheidungen, die Wissenschaft und Öffentlichkeit miteinander verbinden, Vertrauen, Sichtbarkeit und Engagement aufbauen können.

Welcher Teil des Fluid Interdisciplinarities Festivals hat Forschung, Kunst und Gesellschaft deiner Meinung nach am besten zusammengebracht?

Bei dem Fluid Interdisciplinarities Festival sind für mich bei der „Party of the Panke” Forschung, Kunst und Gesellschaft am deutlichsten zusammengekommen. Als offene Veranstaltung mit mehreren Mitmachstationen bot „Party of the Panke“ verschiedene Möglichkeiten, sich mit Flüssen auseinanderzusetzen – wie zum Beispiel in Form von Archivkartierung, geführten partizipativen Touren oder einem bewegungsbasierten Workshop. Anstatt Forschung als etwas zu präsentieren, das beobachtet oder erklärt werden muss, lud jede Station die Teilnehmenden dazu ein, sich durch künstlerische und bewegungsbasierte Methoden direkt mit dem Fluss auseinanderzusetzen. So fühlte sich die Teilnahme wie eine Form der Wissensgenerierung an, statt wie eine reine Rezeption von Wissen durch das Publikum. Das hat mir gezeigt, dass Forschung durch diversere Formen der Begegnung einen Weg in den öffentlichen Raum finden kann, was Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft durch gemeinsame Erfahrungen statt durch einseitige Präsentationen zusammenbringt.

Bist du während deines Praktikums einem Thema, einer Idee oder einem Impuls begegnet, was dich besonders beeindruckt hat und was du für deine zukünftige Forschung oder Arbeit mitnehmen wirst?

Während meines Praktikums war das Kennenlernen der verschiedenen Forschungsansätze von Berliner Wissenschaftler:innen zum Thema Wasser ein bleibender Impuls, der mein Verständnis von Umweltpolitik und -management nachhaltig verändert hat. Die Teilnahme am Fluid Interdisciplinarities Festival war dabei von entscheidender Bedeutung und hat mich dazu veranlasst, mir weitere Initiativen zum Thema Wasser an der Humboldt-Universität und der Berlin University Alliance anzuschauen. Dieses Interesse wurde durch die wasserbezogene Forschung in der Ausstellung „On Water.WasserWissen in Berlin” im Humboldt Labor verstärkt. Die Begegnung mit Projekten zu Flüssen im urbanen Raum, Wasserinfrastruktur oder Klimaanpassung veranlassten mich dazu, genauer darauf zu achten, wie Wassermanagement für die Öffentlichkeit sichtbar wird. Als Studentin mit den Schwerpunkten „International and Public Affairs“ und „East Asian Studies“ habe ich ein gezieltes Interesse für Fragestellungen entwickelt, wie städtische Wasserpolitik gestaltet und durch öffentlichkeitswirksame Projekte in verschiedenen historischen und institutionellen Kontexten vermittelt wird. Das ist etwas, das ich in meiner zukünftigen Arbeit durch vergleichende Forschungsansätze weiterverfolgen möchte.

Das Interview und die Praktikumsbetreuung führte Xenia Muth, Kompetenzfeld Wissensaustausch mit der Gesellschaft. Ein aktuelles Praktikumsangebot im Bereich Public Engagement und Wissensaustausch mit der Gesellschaft finden Sie im Humboldt Internship Program.

Lernen und Lehren mit der Gesellschaft: Unterstützung für Kurse im Sommersemester 2026

Die Ausschreibung für unser Förderprogramm “Lernen und Lehren mit der Gesellschaft” fürs Sommersemester 2026 ist jetzt geöffnet. Bei Interesse bewerben Sie sich gerne bis zum 18.01.2026!

Das Programm „Lernen und Lehren mit der Gesellschaft: Transdisziplinäres Kursprogramm“ unterstützt Lehrende fachübergreifend dabei, wissenschaftliche Fragen und Seminararbeit in Kooperation mit der Gesellschaft zu gestalten. Ziel ist es, Erfahrung und Wissen aus der Gesellschaft in die Lehre und universitäre Arbeit mit Studierenden zu integrieren, von den unterschiedlichen Akteur:innen der Zivilgesellschaft, Kultur oder Politik zu lernen und einen gleichberechtigten Austausch zu erproben.

Dazu fördert das Kompetenzfeld für „Wissensaustausch mit der Gesellschaft“ am Zentrum für Kulturtechnik HU-Seminare, die transdisziplinär oder partizipativ arbeiten und Elemente des Austauschs mit der Gesellschaft oder Public Engagement beinhalten. Hierzu kann gehören:

  • Kooperationen mit gesellschaftlichen Akteuren / Organisationen
  • Kooperation in der Organisation oder Präsentation von Kursinhalten; als Co-Teaching oder Verwendung anderer Methoden, die eine Aufnahme von Expertise aus der Gesellschaft zum Ziel haben
  • Kursgestaltung mit Aspekten des Community-based Research/Learning
  • Kooperationen mit gesellschaftlichen Gruppen oder Organisationen für Darstellung/Ausspielung der Kursergebnisse
  • Kurse, die materielle Praktiken, Sammlungsarbeit, Objekt- oder körperzentrierte Zugänge in der Lehre mit externen Kooperationen verbinden

Förderung durch:

  • Mittel bis zu 1.000 Euro pro Seminar für Materialen oder Gastvorträge/-workshops im Rahmen der Ausgabe- und Vergaberegelungen der HU (dies sind zusätzliche Kursmittel für HU-Kurse, sie sind nicht für semesterlange Lehraufträge geeignet)
  • Nutzung des Raums „Objektlabor“ auf dem Campus Nord, inkl. der flexiblen Raumausstattung, Technik
  • gelegentliche Veranstaltungsassistenz nach Absprache
  • Unterstützung/Beratung durch HU Team Wissensaustausch mit der Gesellschaft (ca. 2h pro Woche)

Förderfähig sind:

  • Kursmittel für BA oder MA-Lehrveranstaltungen im SoSe 2026, die als Sachmittel ausgegeben werden (Ausgaben werden durch Zentrum für Kulturtechnik bzw. das zugeordnete PSP-Element bezahlt)
  • Kurse, die entweder im Projektraum Objektlabor im ZfK stattfinden oder räumlich unabhängig durchgeführt werden, aber einen inhaltlichen oder räumlichen Bezug zum ZfK herstellen

Antragsprozess:

HU-Seminarleiter*innen und Lehrende sind eingeladen, eine Anfrage mit folgenden Bestandteilen bis 18.01.2026 für das SoSe 2026 an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de zu senden:

  1. kurze Kursbeschreibung,
  2. Motivation für und Beschreibung der transdisziplinären/partizipativen Zusammenarbeit mit externen gesellschaftlichen Akteuren/Organisationen,
  3. kurze Budget-Skizze mit voraussichtlichen Ausgaben/Bedarfen,
  4. Skizzierung der benötigten Kurs-/Veranstaltungsbetreuung

Kontakt:

Xenia Muth / Leonie Kubigsteltig
Kompetenzfeld Wissensaustausch mit der Gesellschaft
E-Mail: wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de
Tel: +49(0)30 2093-12892 | -12881

 

Ein dekoloniales Quartett zu den Benin-Bronzen: Interview mit Vincent Leonhardt

Einblicke in das Programm „Lernen und Lehren mit der Gesellschaft“

Das folgende Interview führte Marlene Lüdorff, studentische Hilfskraft am Zentrum für Kulturtechnik, mit Vincent Leonhardt, Teilnehmer des Seminars Overloaded – Interimperial Entanglements of Material and Photographic Collections im August 2025. Das Master-Seminar wurde im Sommersemester 2025 am Institut für Europäische Ethnologie unter der Leitung von Prof. Dr. Magdalena Buchczyk, Dr. Hanin Hannouch (Weltmuseum Wien) und Anna Szöke (Ethonologisches Museum Berlin) durchgeführt und im Rahmen des Förderprogramms Lernen und Lehren mit der Gesellschaft vom Kompetenzfeld Wissensaustausch mit der Gesellschaft am Zentrum für Kulturtechnik unterstützt, das insbesondere die Abschlussveranstaltung Café Interimperial ermöglichte.

 

Marlene Lüdorff: Hallo Vincent! Schön, dass du hier bist! Worum ging es im Seminar Overloaded Interimperial Entanglements of Material and Photographic Collections insgesamt und wie hat sich daraus die Idee für das Café Interimperial entwickelt?

Vincent Leonhardt: Das Projekt Overloaded! rückt die Archive Europäischer Museen in den Fokus und zeigt, wie imperialer Ballast in den Sammlungspraktiken nachwirkt. Es geht darum, wie die verschiedenen kolonialen Imperien historisch untereinander verbunden sind und interimperial arbeiten. Dabei geht es auch darum, inwiefern durch Verbindungen zwischen den verschiedenen Imperien ein gesamtes imperiales System gestärkt wird. In dem Seminar haben wir mit dem Weltmuseum Wien und dem Ethnologischen Museum Berlin zusammengearbeitet und haben uns mit verschiedenen Archivalien aus den Archiven befasst.

Die Idee für das Café Interimperial hat sich daraus entwickelt, dass jede studierende Person in dem Seminar ein Forschungsprojekt machen musste. Angefangen hat die Arbeit immer mit Stücken aus dem Archiv und dem Museum, das war sehr praxisorientiert. Unsere Idee war es mit dem Café Interimperial eine Ausstellung zu präsentieren mit Stücken, die auch zum Beispiel im Museum sein könnten, und wodurch Besucher:innen sich eine weitere Sicht auf die historischen Ereignisse bilden können. Für die Darstellung der Forschungsresultate konnten wir dann durch die Förderung Lernen und Lehren mit der Gesellschaft das Cafe InterImperial umsetzen. Das Café Interimperial war inspiriert von einem Wiener Kaffeehaus, um halt ein bisschen dieses Imperiale nochmal überspitzt darzustellen und war dementsprechend sehr kontrastreich zu unserer postkolonialen Forschung. Dadurch ergab sich ein schönes Spannungsfeld zwischen dem Ausstellungsraum und unseren Forschungsergebnissen.

Wie habt ihr diesen Ansatz von Lernen und Lehren mit der Gesellschaft im Seminar konkret umgesetzt? Also wie seid ihr mit Fragen, Wissen und Erfahrungen aus der Gesellschaft in Kontakt getreten?

Grundsätzlich geht es ja darum, dieses koloniale Erbe zu verstehen und damit zu arbeiten. Das ist auch bei uns am Institut für Europäische Ethnologie eines der Hauptthemen. Das lässt sich zum Beispiel an der neulichen Umbenennung von der M-Straße in die Anton-Wilhelm-Amo-Straße, ein Prozess, der viele Jahre gedauert hat und jetzt endlich durchgesetzt wurde, erkennen.

Diesen gesellschaftlichen Diskurs haben wir auch aufgegriffen. Und wie sind wir da mit den Fragen, Wissen und Erfahrungen aus der Gesellschaft in Kontakt gekommen? Ja, im Grunde halt gerade durch die Kooperation mit dem Objektlabor (am Zentrum für Kulturtechnik). Diese hat uns die Möglichkeit und den Raum gegeben, durch das Café Interimperial einen sehr großen Austausch mit allen möglichen Personen zu kreieren, die partizipieren konnten. Dieser Austausch war auch für mein Projekt sehr hilfreich.

Mit welchem Thema oder Objekt hast du dich persönlich im Seminar beschäftigt und wie bist du darauf gestoßen?

Ich habe mich mit der postkolonialen Vermittlung durch spielerische Ansätze am Beispiel der Restitution der Benin-Bronzen beschäftigt und mich dazu entschieden, ein dekoloniales Brettspiel zu entwickeln. Die Restitution und Neuinterpretation koloniale Artefakte wie der Benin-Bronzen bleibt weiterhin ein zentrales Thema. Diese Bronzen wurden 1897 von britischen Truppen aus dem Königreich Benin, dem heutigen Nigeria, geraubt und befinden sich heute in vielen europäischen Museen, darunter auch in dem Ethnologischen Museum in Berlin. Dort hat die Restitution inzwischen begonnen, die kulturellen Objekte wurden zurückgegeben und stehen als Leihgabe weiterhin im Museum.

Wie bin ich darauf gekommen? Das hat angefangen mit einer Objektstudie über die Idia Iyoba, dem Gedenkkopf einer Königinmutter. Das ist eines der Hauptstücke der Benin-Ausstellung im Ethnologischen Museum. Ich habe mich zunächst mit der Provenienz beschäftigt. Ich hatte vor etwas Praktischeres zu machen und habe schon während meines Bachelorstudiums ein Brettspiel entwickelt. Durch viel Feedback habe ich schließlich ein dekoloniales Quartett mit 32 Karten kreiert, in dem acht Benin-Bronzen ihre eigenen Geschichten erzählen. Ich habe dabei die Theorie der Critical Fabulation von Saidiya Hartmann angewendet, das ist eine Erzählweise, die Lieferungslücken kolonisierter Gesellschaften mit spekulativen Narrativen füllt. Mit dieser Methode sprechen die acht Objekte aus der Benin Ausstellung in Berlin und erzählen ihre Geschichte. Jedes Quartett behandelt in vier Karten die Entstehung, den kolonialen Raub, die Gegenwart und eine imaginative Zukunft des jeweiligen Objekts. Und so erfahren die Spielenden durch das Sammeln eines Quartetts die Geschichte, beispielsweise von der Königinmutter Idia Iyoba aus ihrer eigenen Perspektive.

Bei der imaginativen Zukunft bin ich in verschiedene Richtungen gegangen, zum Beispiel hat ein kulturelles Objekt, weil es so lange aus seinem Heimatland getrennt wurde, den Willen zu Leben verloren und zerfällt. Dann stehen auch sehr viele Objekte im Archiv in Dahlem und sind für niemanden sichtbar. Und da kann es natürlich auch in der Zukunft sein, dass diese Objekte niemals gesehen werden und dass sich die Objekte sehr einsam fühlen. Aber ich bin auch in andere Richtungen gegangen, es wurden ja auch schon Stücke restituiert und sind in Nigeria und ich habe auch diese Perspektive präsentiert. Sowie auch eine Perspektive, wo alle gestohlenen Kunstwerke wieder zurückgekehrt sind und alle in einem Museum sind. Ich habe auch eine Figur genommen, die mich als Studierenden und als Forscher kritisiert, um auch diese Perspektive zu zeigen, dass auch ich als studierende Person sorgfältig mit den Geschichten umgehen muss, da es nicht meine Geschichte ist. Also durch dieses koloniale Erbe ist das auch meine Geschichte, aber in der Perspektive des Schuldigen.

Und im Quartett tauschen die Spielenden die Karten aus und das Spiel ist trotzdem dekolonial gestaltet, denn es gibt keinen Gewinner. Es geht einfach darum die Karten zu sammeln und wenn man die Karten sammelt, dann ergibt sich ein Quartett und das kann man dann zum Beispiel vorlesen. Und dann ergänzen sich die Karten auch visuell in dem Kartenspiel. Man legt die Karten ab und füllt dadurch das Spielbrett aus und dadurch legt man auch sein Wissen ab, also man behält das Wissen, aber man legt den Wert des Objekts quasi ab, dorthin wo es hingehört.

Wie kann man sich denn die Ausstellung deines Projektes beim Café Interimperial vorstellen?

Die kann man sich so vorstellen, dass wir als Studierende unsere Forschungsresultate zum größten Teil multimodal präsentiert haben. Das heißt, ich hatte einen Tisch und da war dieses Brettspiel ausgestellt und dann konnten sich die Besucher:innen an den Tisch setzen. Sobald genug Besucher:innen da waren, konnte das Spiel gespielt werden und man sich gegenseitig nach Spielkarten abfragen. Durch den Austausch war es möglich, auf der einen Seite für mich als forschende Person mehr über meine Forschung und Forschungsfrage zu erfahren, aber auch für die besuchenden Personen sich weiterzubilden über das koloniale Erbe Deutschlands und somit Denkanstöße zu bekommen. Ja, und ich habe halt auch, das war richtig gut, sehr viel Feedback bekommen oder mir sind Sachen aufgefallen, die mit dem Spiel noch nicht so gut funktioniert haben. Das ist eine sehr große Lernkurve gewesen. Da Anna Szöke auch Teil des Seminars war, hatte ich zudem auch die Möglichkeit mein Spiel im Benin Raum im Ethnologischen Museum für einen Tag auslegen zu können. Dafür bin ich einen Samstag den ganzen Tag hingegangen und habe mit den Personen vor Ort gespielt und mit ganz vielen Besucher:innen geredet. Das war eine richtig gute Erfahrung.

Wie war die grundlegende Resonanz von Besucher:innen bei der Ausstellung des Spiels im Ethnologischen Museum und im Objektlabor im Zentrum für Kulturtechnik?

Die Resonanz ist durchgehend positiv gewesen. Jedoch zum Beispiel im Museum, wo ich war, da war ich einer viel größeren Bandbreite von Publikum ausgesetzt und da haben sich dann auch sehr viele Personen kritisch über die Restitution geäußert. Ihre Perspektive war, dass diese Werke deutsches Kulturgut sind und das die deutschen Museen sehr gut auf diese Kunstwerke aufpassen. Und das war sehr interessant, dort andere Perspektiven wahrzunehmen. Das sind sehr realle Perspektiven, die man zum Beispiel auch in der politischen Debatte im Bundestag sehen kann. Das war interessant, da auch mit Besucher:innen zu diskutieren,die dannvielleicht auch ihre Meinung ändern.

Mir ist besonders eine Begegnung im Kopf geblieben, das war eine Begegnung mit einem älteren Mann. Der hat sich eine Karte von meinem Spiel angeschaut. Und ich erinnere, wie ich mit diesem Mann halt über dieses Spiel geredet habe und dann über diese Karte. Der Mann meinte, dass dadurch, dass die Karte so persönlich zu ihm gesprochen hat, er der Meinung ist, dass eigentlich diese Figur, ja, dass die Restitution eine gute Sache ist und dass die Figuren ja eigentlich alle zurückkehren sollten. Ja, das hat mir halt die Bestätigung gegeben, dass ich mit meinem spielerischen Ansatz auf dem richtigen Weg bin und dass man dadurch aktiv Meinungen beeinflussen kann.

Was ist seit dem Café Interimperial mit deinem Projekt passiert und gibt es Pläne oder Ideen, wie es damit weitergeht?

Ja, auf der einen Seite bin ich weiterhin in Kontakt mit dem Ethnologischen Museum, um weiterhin an verschiedenen Tagen mein Spiel dort zu spielen. Zum Beispiel Sonntags gibt es auch immer eine Führung, wo mehr Zeit im Raum mit den Benin Bronzen verbracht wird. Da ergibt sich dann die Möglichkeit mit Personen, die sich wirklich sehr für dieses Thema interessieren und an einer Führung teilnehmen, auch nochmal in Kontakt zu kommen. Ich habe jetzt schon sehr viel Zeit in dieses Spiel investiert und deshalb würde ich auch gerne meine Masterarbeit über die Vermittlung von postkolonialem Erbe anhand spielerischer Theorien schreiben.

Ansonsten habe ich auch durch die Zeit im Museum und mit den Personen, die im Museum arbeiten, die Möglichkeit bekommen, ein Praktikum im Ethnologischen Museum anzufangen, was mir natürlich die Möglichkeit gibt, nochmal tiefer in das Thema einzutauchen und auch mir eine berufliche Zukunft näher zu bringen. Das war wirklich eine sehr große Unterstützung, die ich vor allem auch vom Ethnologischen Museum bekommen habe und das hat mich sehr motiviert, da auch einfach Zeit reinzustecken. Und jetzt, wenn wir da groß denken, also ich habe nicht vor, dieses Projekt jetzt auf die Seite zu legen, sondern ich würde das halt gerne weiterentwickeln und weiter ausstellen. Ich würde mich gerne auch für ein Austausch-Stipendium bewerben, um zum Beispiel nach Nigeria zu gehen und dort aktiv mit nigerianischen Museen an dem Projekt zusammenzuarbeiten, da ich einfach an diesem Feld der Vermittlung sehr viel Spaß habe.

Gibt es noch irgendwas, was du sagen willst?

Ich würde mich noch gerne bei Prof. Dr. Magdalena Buchczyk, bei Dr. Hanin Hannouch und bei Anna Szöke bedanken für die tolle Leitung des Seminars!

Lernen und Lehren mit der Gesellschaft im Wintersemester 2025/26

Wir freuen uns, dass dieses Wintersemester 9 Seminare durch das Förderprogramm „Lernen und Lehren mit der Gesellschaft“ mit einem Seed Funding von bis zu 1.000 Euro sowie inhaltlicher Beratung und methodischer Begleitung durch das Kompetenzfeld Wissensaustausch mit der Gesellschaft unterstützt werden können.

Falls Sie sich auch für eine solche Förderung interessieren, können Sie hier Informationen zu der vergangenen Ausschreibung finden. Die kommende Ausschreibung wird zeitnah auf dieser Website veröffentlicht und sich an der vergangenen Ausschreibung orientieren.

Wenn Sie auf das folgende Bild klicken, können Sie eine digitale Version unseres Programm-Flyers finden:


Die Seminare im Wintersemester 2025/2026

Im Rahmen der Förderung „Lernen und Lehren mit der Gesellschaft“ erkunden die Seminare, wie Lernen in und mit der Gesellschaft gestaltet werden kann. In Kooperation mit Künstler:innen, Kultureinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen setzen sich Studierende im Wintersemester praxisnah mit Themen wie Migration, Kulturerbe, Umweltzerstörung und Regeneration auseinander, sowie mit Praktiken des Erinnerns, Zeigens und Vermittelns. Im Zentrum steht das forschende, transdisziplinäre Arbeiten an gesellschaftlich relevanten Fragen – mit einem Fokus auf Diversität, Teilhabe und Dekolonisierung.

Die Studierenden entwickeln in den Kursen Performances, Ausstellungen, Workshops und Audiowalks gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und verschiedenen Communities. Dabei reflektieren sie Bildungsprozesse und erproben neue Wege des Lernens und Lehrens in der Universität und im Stadtraum. Das Ziel der Kurse ist es, Lernen als gemeinschaftliche, kreative und gesellschaftlich wirksame Praxis zu gestalten.

Zu den 9 Seminaren:

1. Lern- und Bewegungsfelder unterrichten: Zirkus-/Tanzpädagogik und Choreographie

Bernadette Girshausen (Institut für Sportwissenschaft)

Plakat für die Circusschow „Alice im Wunderland“ mit einer Frau im blauen Kleid, die Spielkarten hält, vor einem rosa-lila Hintergrund. Enthält Termine der Aufführungen 2025 in Berlin und Logos der Veranstalter.

In Kooperation mit dem Jugendensemble „Showgruppe Altglienicke“, und Gästen im Seminar (Zirkusartist, Technikerin) wird eine Aufführung basierend auf Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ im Stil des nouveau cirque entwickelt. Die Studierenden erproben dabei selbst Disziplinen und begleiten die Kinder/Jugendlichen bei der Showentwicklung. Das Stück wird am 12.12. um 18 Uhr und am 13.12. um 16 Uhr im Cabuwazi Altglienicke gezeigt.

 

Vorab laden wir Sie herzlich zu einer Work-In-Progress Präsentation am 21.11. um 16.30 Uhr ins Objektlabor am Zentrum für Kulturtechnik ein. Wir bitten um eine vorherige Anmeldung unter der folgenden Email-Adresse: wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de

2. Einführung in die Deutschdidaktik in der Grundschule

Prof. Dr. Petra Anders (Institut für Erziehungswissenschaften)

Wie können Studierende einschlägige theoretische Modelle zum Thema Leseförderung nachhaltig begreifen, weiterentwickeln und zur Diskussion stellen? Durch die Einbindung der Gastkünstlerin am ZfK, Irina Demina, machen die BA-Studierenden ganzheitliche, praxisnahe Lernerfahrungen, in denen sie sich den Theorien choreografisch nähern. Sie präsentieren ihre Arbeit im Sinne des Community based learning den Kommiliton:innen sowie Lehrpersonen aus der Schule und bieten so vielfältige Reflexionsanlässe.

 

3. Literalität und Medienumgebungen; Theater für Kinder und Jugendliche

Maike Löhden (Institut für Erziehungswissenschaften); Dr. Ada Bieber (Institut für deutsche Literatur)

In der interdisziplinären Zusammenarbeit zweier Seminare werden Studierende des Grundschullehramtes für diverse Spielformen des Theaters in ihrem fachlichen Kontext sensibilisiert. Zusammen mit Theaterpädagog:innen der Komischen Oper und des Gripstheaters und mit Lehrkräften und Schüler:innen der Wilhelm-Hauff-Grundschule in Berlin Wedding werden die didaktisch-pädagogischen Potenziale von Theater als Teil literarischer und kultureller Bildung im Deutschunterricht der Grundschule erörtert und erprobt.

 

4. Law and Decolonization of Cultural Heritage in Europe

Dr. Vanesa Menéndez Montero *

Ausgehend von juristischen Fragen und Menschenrechten nutzt das Seminar transdisziplinäre Methoden, um das koloniale Erbe in der europäischen Kulturlandschaft zu untersuchen. Dabei werden Künstler:innen und Expert:innen, vor allem aus indigene und kolonisierten Communities als wichtige Wissensquelle einbezogen. Die Studierenden reflektieren, wie historische Ungerechtigkeiten in der europäischen Bildsprache (falsch) dargestellt sind und präsentiert eigene Projekte zu dekolonialen Praktiken im Objektlabor des ZfK.

 

5. Documenting Environmental Change: an exploration into audio-visual practices

Yasemin Keskintepe (Institut für Kunst und Bildgeschichte); Hanna Grzeskiewicz **

Das Seminar untersucht, wie künstlerische Praktiken Umweltzerstörung und Regeneration adressieren und fragt nach Weisen des Sehens und Hörens. Es fokussiert audio-visuelle Projekte, die ökologische Veränderungen und ihre Verflechtungen mit sozialer Ungerechtigkeit nachzeichnen. Wie können Sound- und Bildtechniken Zerstörung wahrnehmbar machen und zu regenerativen Praktiken beitragen? Zusammen mit Künstler:innen entsteht ein transdisziplinäres Labor aus Lektüren, Kunstwerken und Diskussion.

 

6. Artistic Responses to HIV/AIDS: Curating Exhibitions in Berlin

Samuel Perea-Díaz*

Das Seminar bietet eine kritische Auseinandersetzung mit der kuratorischen und Ausstellungspraxis in Berlin, mit einem Fokus auf die HIV/AIDS-bezogene Kulturproduktion von den 80er Jahren bis heute. Gespräche mit Künstler:innen und Kurator:innen sowie Besuche von Organisationen wie Schwules Museum, nGbK und WeAreVillage geben Einblicke in sich entwickelnde kuratorische Praktiken. Die Kursarbeit umfasst auch die Entwicklung eines konzeptuellen Ausstellungsvorschlags zum Thema Kunst und HIV/AIDS.

© Samuel Perea-Díaz

 

7. Echoes Across Borders: Navigating the musical tapestry of Berlin’s migration history

Dr. George Athanasopoulos (Institut für Musikwissenschaft) *

Das Seminar „Echos Across Borders“ untersucht die Verbindung von Musik und Migration in Berlins Kulturszene. Es beinhaltet die Zusammenarbeit mit der Open Music School Berlin, ein Projekt des Vereins „Give something back to Berlin“. Neben beidseitigen Besuchen werden als Teil des Seminars musikpraktische Workshops im Objektlabor zusammen mit den Musikerinnen Kimia Bani und Yalda Yazdani durchgeführt.

 

8. Spatial Memory Practices in Berlin: Monuments, Voids, and Voices

Pablo Santacana López, Kandis Friesen *

Das Seminar erforscht umstrittene Raumerinnerung durch Denkmäler und Leerstellen, kulminierend in studentischen Audio-Walks im Volkspark Friedrichshain. Die Studierenden kollaborieren mit Erinnerungsaktivisten und Kulturpraktiker:innen, darunter Vincent Bababoutilabo (postkoloniale Erinnerungsarbeit), Künstlerin Miriam Schickler (Klangforschung) und Cashmere Radio (Community-Radiosender) zur Schaffung ortsspezifischer Werke zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

 

9. Asia in Berlin: Curating (Im)material Heritage

Dr Mai Lin Tjoa-Bonatz, Felicitas von Droste zu Hülshoff *

Zusammen mit javanischen Kulturschaffenden wird eine Ausstellung zum Schattenspiel Indonesiens kuratiert. Schattenspielfiguren sind im Haus der Indonesischen Kulturen bis heute ein Bestandteil von Darbietungen. Basierend auf Theorien der Museumskunde und Provenienzforschung vermitteln die Expert:innen dieser traditionellen Praxis die sozio-kulturellen Hintergründe des Puppenspiels. Das Seminar reflektiert, wie diese Inhalte heute im Kontext von Diasporagemeinschaften in Berlin vermittelt werden können.

* die genannten Seminare finden im Rahmen des Berlin Perspectives Programms auf Englisch statt.

** das genannte Seminar findet ebenfalls auf Englisch statt.

 

Offene Veranstaltungen im Wintersemester 2026:

30.01.2026, 12.15 Uhr – Transcultural Soundscapes – Performative Gastvorträge im Objektlabor

Im Rahmen des Seminars Echoes Across Borders: Navigating the Musical Tapestry of Berlin’s Migration History werden die Musikerinnen Kimia Bani und Yalda Yazdani eingeladen. Anhand von performativen Präsentationen setzen sich die Künstlerinnen und Studierenden mit den Themen “The Politics of Musical Participation: An Ethnographic Study on the Situation of Female Singers in Post-Revolutionary Iran” und “Drumming as Feminist Resistance and Political Expression” auseinander. Die Veranstaltung findet auf Englisch im Objektlabor (Zentrum für Kulturtechnik, Haus 3, Campus Nord) statt. Es wird um eine Voranmeldung an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de gebeten.

06.02.2026, 18-20 Uhr – Wayang Erleben 

Tauchen Sie mit uns für einen Abend in die Tradition des Wayang Kulit ein, das traditionelle indonesische Schattenfigurentheater. Entdecken Sie die Bedeutung und die Charaktere der Puppen und Figuren, erleben Sie eine kurze Erzählperformance, und nehmen Sie an einem kreativen Workshop teil – inspiriert vom antiken hinduistischen Epos Ramayana, können Sie Ihre eigene Wayang-Figur gestalten. Die Veranstaltung wird von Studierenden der Humboldt-Universität zu Berlin im Rahmen des Kurses Asia in Berlin: Curating (Im)material Heritage organisiert.

Die Veranstaltung findet im Haus der Indonesischen Kulturen statt (Theodor-Franke-Str. 11, 12099 Berlin). Um eine Voranmeldung an kulturhaus@indonesian-embassy.de wird gebeten.

12.02.2026, 16-18 Uhr – „Blurred Tracks“

Die Studierenden des Berlin Perspectives-Kurses Law and Decolonization of Cultural Heritage in Europe laden Sie/Euch am 12. Februar 2026 zu einer Ausstellung ein! Die Ausstellung zeigt die Abschlussprojekte der Studierenden, in denen sie sich mit Themen wie den Spuren des Kolonialismus im öffentlichen Raum in Lissabon und Shanghai, der Bedeutung traditioneller Amazigh-Musik, der Aneignung indigener Muster in der Fast-Fashion und anderen aktuellen Fragen beschäftigen, die Dekolonialisierung als einen unvollendeten Prozess zeigen.Die Besucher:innen können sich auf interaktive Workshops, Filmvorführungen und interessante Gespräche mit den Studierenden freuen!

Die Ausstellung ist von 16:00 bis 18:00 Uhr im Objectlabor (Zentrum für Kulturtechnik, Haus 3, Campus Nord) geöffnet. Es wird um eine Voranmeldung an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de gebeten.