Archiv der Kategorie: Veranstaltung

Ringvorlesung „Beziehungsweise Familie“ – am 6. Mai 2026 mit Luise Merkert und Anna Hepting

Irrgärten und Auswege. Familienbilder im Kino

Luise Merkert und Anna Hepting (Ludwig-Maximilians-Universität München)

Mediale Darstellungen prägen unsere Vorstellungen von Familie maßgeblich mit. Sie geben Ideale, sowie Normen und Werte in Bezug auf Familie weiter, hinterfragen und kritisieren diese aber auch. Der Vortrag blickt auf zeitgenössische filmische Familienbilder im internationalen Arthouse Kino und erkundet die Art und Weise, wie Familie dargestellt und ausgehandelt wird. Ein besonderer Fokus gilt dabei religiösen Verweisen, die in der Inszenierung von Familie relevant werden. Der Film nimmt Bezug auf religiöse Traditionen und Weltbilder, um familiales Leben darzustellen: Es werden Hochzeiten und Taufen gefeiert, auf Beerdigungen wird um ein geliebtes Familienmitglied getrauert. Die filmische Familie wird außerdem zum Ort der Weitergabe religiösen Wissens oder aber Schauplatz für religiöse Konflikte. Die Auswahl der Filme bietet einen Einblick in diese vielfältigen Verflechtungen zwischen Film, Familie und Religion.

Filme:

BROKER (Hirokazo Kore-eda, JP 2022)

C’È ANCORA DOMANI (Morgen ist auch noch ein Tag, Paola Cortellesi, IT 2023)

JENSEITS VON SCHULD (Katharina Köstner/Katrin Nemec, DE 2024)

MA VIE DE COURGETTE (Mein Leben als Zucchini, Claude Barras, CH/FR 2016)

Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt.

Die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich und steht allen Interessierten frei.

Veranstalterinnen:

Prof. Dr. Daniel Tyradellis (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dr. Alia Rayyan (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dr. Laura Goldenbaum (Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Ort und Zeit:

6. Mai 2026,

18 bis 20 Uhr

im Saal 3, EG, Humboldt Forum, Schlossplatz.

Weitere Informationen

Luise Merkert
Anna Hepting

Anna Hepting und Luise Merkert sind Doktorandinnen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der LMU München. Gemeinsam mit Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati sind sie Teil des Forschungsverbundes ForFamily, in dem sie im Teilprojekt „Die Familie im Film. Medien als Aushandlungsort von familialen Narrativen, Werten und Transformationen“ forschen. Ihre Dissertationen beschäftigen sich mit der Aushandlung von Familie in Disneys Animationsfilm sowie dem zeitgenössischen Horrorfilm.

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Werkstatt-Konferenz: Lernen, Lehren und Forschen mit der Gesellschaft

Engagement mit gesellschaftlichen Akteuren ist eine der vier Säulen der UNESCO-Empfehlung zu Open Science: Personen und Institutionen aus der Gesellschaft sollen aktiv an der Schaffung von Wissen beteiligt und wissenschaftliche Prozesse auf der Basis partizipativer Kooperationen transparenter, integrativer und für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich gestaltet werden.

Das HU Kompetenzfeld ‚Wissensaustausch mit der Gesellschaft‘ am Zentrum für Kulturtechnik und das BUA Programm ‚Botschafter*innen für eine Offene Wissenschaft’ laden alle Interessierten dazu ein, Möglichkeiten solcher innovativen Zusammenarbeit und Austauschformate zwischen wissenschaftlichen, künstlerischen und zivilgesellschaftlichen Perspektiven auf der Werkstatt-Konferenz zu diskutieren. Im Fokus stehen erprobte Kooperationen aus partizipativer Forschung, Ausstellungspraxis oder Lehre sowie künstlerisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit an der Humboldt-Universität. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf der Praxis des Übersetzens zwischen verschiedenen Akteuren aus Wissenschaft und Gesellschaft um Wissensproduktion als gemeinsamen, dialogischen Prozess zu gestalten. Die Veranstaltung reflektiert Übersetzungspraktiken zwischen Forschung und Anwendung, zwischen universitärer Lehre und außeruniversitären Erfahrungsräumen sowie zwischen wissenschaftlichen, künstlerischen und alltäglichen Wissensformen.

Die Veranstaltung mit Werkstatt-Charakter bietet Raum für Vernetzung, informellen Erfahrungsaustausch und praxisorientierte Diskussionen mit dem Ziel, innovative Formate und Kooperationen im Wissenschaftsalltag umzusetzen und zu den Grundsätzen von Open Science beizutragen: nachhaltige Transparenz und Öffnung von Wissenschaft, Stärkung gesellschaftlicher Zusammenarbeit und Teilhabe, sowie Enthierarchisierung von Wissensproduktion.

Zeit: Freitag, 12. Juni 2026

Ort: Zentrum für Kulturtechnik, HU Campus Nord, Haus 3, Philippstr. 13, 10155 Berlin

Anmeldung: Werkstatt-Konferenz

Programm
Pre-Conference (auf Einladung)
09:30-11:30 Pre-Conference: Workshop zur Zukunft und Strategie für Partizipation in Forschung und Lehre an der HU Berlin: Der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft prägt seit jeher das Selbstverständnis der Humboldt-Universität zu Berlin. Aufbauend auf diesem Anspruch sollen die Strukturen und Kooperationen an der Humboldt-Universität kontinuierlich weiterentwickelt werden um Impulse für eine offene Wissenschaft zu setzen und das Lernen, Lehren und Forschen in partizipativen und transdisziplinären Formaten zu fördern. Der Workshop widmet sich der Zukunft und den strategischen Zielsetzungen im Themenfeld Wissensaustausch mit der Gesellschaft. Er diskutiert notwendige institutionelle Veränderungen, Unterstützungsstrukturen für engagierte Universitätsmitglieder und nächste Schritte. In einem World-Café-Format sind die Teilnehmenden eingeladen, Perspektiven auszutauschen und zukünftige Entwicklungen gemeinsam zu erarbeiten.
11:30 Begrüßung und Kaffee
Panel-Diskussion „Zwischen Universität und Gesellschaft“
12:00-13:30 Panel-Diskussion „Zwischen Universität und Gesellschaft: Übersetzen, Vermitteln, Verlernen. Reflexive Praktiken der Wissensproduktion“: Das Panel versteht Wissensaustausch als eine Form reflexiver Übersetzungsarbeit zwischen Universität und Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus transversaler Lehre, partizipativer Forschung und künstlerisch-wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Diskutiert wird, wie Wissensproduktion gestaltet werden kann, ohne bestehende Hierarchien und Ausschlüsse zu reproduzieren, und welche Rolle dabei Reflexion, Verlernen und situierte Praxis spielen. Zugleich spricht das Panel nicht nur über Übersetzen, Vermitteln und Verlernen, sondern widmet sich diesen Fragen unmittelbar, indem Erfahrungen aus der Projektpraxis entlang des DCRP-Ansatzes reflektiert werden (Decolonial Critical Reflective Practice). Im Gespräch wird insbesondere die Differenz zwischen anfänglichen Erwartungen und den Erfahrungen in der Umsetzung in den Blick genommen und Raum eröffnet, um Spannungen und Missverständnisse im Forschungsprozess sowie die damit verbundenen Lernprozesse zu reflektieren.
13:30-14:20 Mittagessen
Praxisdiskurs „Lernen und Lehren mit der Gesellschaft“
14:20-15:20 Praxisdiskurs I: Situierte Praxis & Place-Based Learning: Der Praxisdiskurs thematisiert Konzepte, Methoden und praktische Erfahrungen der situierten Praxis, des Community-based und des Place-based Learning als Ansätze des Lernens und Lehrens mit der Gesellschaft. Lernen als wird als ein in konkrete soziale, räumliche und gesellschaftliche Kontexte eingebetteter Prozess verstanden, bei dem Studierende und Projekte mit außeruniversitären Partner*innen und lokalen Communities zusammenarbeiten und wissenschaftliche Fragestellungen mit realen gesellschaftlichen Herausforderungen verbinden. Im Fokus stehen Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen partizipativer und ortsbezogener Lehr- und Projektformate, die Lehre und universitäre Arbeit als gemeinsamen wechselseitigen Wissensraum gestalten und gesellschaftliche Perspektiven in Seminare und Projekte integrieren.
15:30-16:30 Praxisdiskurs II: Praxisakteure in der Lehre und im Lehramt: Der Praxisdiskurs bespricht wie die Einbindung gesellschaftlicher Akteur*innen in der Lehrkräftebildung gelingen kann. Kooperationen mit Schulen, zivilgesellschaftlichen Initiativen, kulturellen Einrichtungen oder lokalen Organisationen ermöglichen angehenden Lehrkräften, pädagogische Praxis frühzeitig mit gesellschaftlichen Perspektiven zu verbinden, Schule als Teil eines sozialen und demokratischen Umfelds zu verstehen und kreatives Lernen und Lehren auszuprobieren. Das Panel ermöglicht einen Austausch über Potenziale, kreative Kooperationen und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Partner*innen in der Lehrkräftebildung.
16:30-17:00 Kaffeepause
Performative Begegnungen „Embodied Futures: Wissen und Bewegung“ (findet in Englisch statt)
Embodied Futures: Wissen und Bewegung: Welche Rolle spielt der Körper als Ort von Erkenntnis in einer postdigitalen Wissenskultur? Welche epistemischen Perspektiven eröffnen körperbasierte Ansätze für Lern- und Forschungsprozesse, die traditionell stark kognitionszentriert ausgerichtet sind? Zwei interaktive Präsentationen und eine anschließende Paneldiskussion widmen sich diesen Fragen und zeigen, wie sie in kreativen Kollaborationen zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft erprobt werden. Die Veranstaltung gibt Einblick in Projekte des neuen Public Engagement Hub „Embodied Futures: Wissen und Bewegung“ am ZfK. Der Hub versteht Wissensproduktion als kooperativen Prozess und unterstützt Projekte und Lehrformate, die kreative körperbasierte Ansätze als Forschungsmethode, Lehrmedium und Vermittlungsformat erproben sowie wissenschaftlich-künstlerisch-praktisches Arbeiten als partizipative Praxis entwickeln.
17:00-17:50 Performative Begegnung I: Prof. Dr. Shintaro Miyazaki & Irina Demina
18:00-18:50 Performative Begegnung II: Anna Schäffner & Michaela Filzi
19:00-20:00 Panel-Diskussion zum Public Engagement Hub „Embodied Futures: Wissen und Bewegung“
Im Anschluss Getränke und Austausch

Veranstaltet durch

  • HU Kompetenzfeld ‚Wissensaustausch mit der Gesellschaft‘ am Zentrum für Kulturtechnik, die zentrale Anlaufstelle der HU Berlin für Public Engagement und partizipative Forschung, Lehre und Praxis
  • ZfK-Bereich ‘Theorie und Praxis des Kuratierens,’ Lehrstuhl für inter- und transdisziplinäre Auseinandersetzung mit kuratorischen Praktiken 
  • Programm ‘Botschafter*innen für eine Offene Wissenschaft’ mit Xenia Muth und Dr. Alia Rayyan von Zentrum für Kulturtechnik als Open Science Botschafter*innen 2025-26

   

Foto: Stefan Klenke

Thementage rund um Verwandtschaft – Schicksal oder Wahl?

Am Samstag 01.05. - Sonntag 02.05.2026 im Rahmen der Ausstellung "Beziehungsweise Familie"

Wir alle leben in Beziehung. Diese Erkenntnis inspiriert ein zweitägiges Festival im Humboldt Forum, das sich mit Wahlfamilie, biologischer Verwandtschaft und weiteren intimen Beziehungsgeflechten beschäftigt. Freuen Sie sich auf Tanzperformances, Konzerte, freundliche Chatbots, Lesungen, Spiele und Kurator*innengespräche in den Sonderausstellungen zu Beziehungsweise Familie.

Mit: Kim de l’Horizon, Lilibeth Cuenca Rasmussen, Black Dads Germany, Suli Puschban, Li Binyuan, Ernest und Theo Thiesmeier, Raymond Liew Jin Pin u.v.a.

Performances und Interaktionen

Am 1. Mai spüren wir dem Gefühl des „Einsseins“ nach, unter anderem mit einer Performance des Künstler* innenduos Mwangi Hutter. Oneness feiert Menschen, die trotz ihrer sehr unterschiedlichen Herkunft zusammengefunden haben.

Mit ihrer Performance Die mitochondriale Eva hinterfragt Lilibeth Cuenca Rasmussen die wechselnde und vielseitige Rolle von Mutterschaft.

Wie können wir Intimität aufbauen? Mit tanzenden Bändern entstehen in Raymond Liew Jin Pins When Two Flowers Meet flüchtige Bindungen.

Neugierige können sich in der interaktiven Installation be mAI friend mit einem Chatbot „befreunden“.

Der Animationstanz Transpersonal von Kristy Nataraja führt in die Afrika- und Ozeanien-Sammlungen des Ethnologischen Museums.

Im Foyer sind alle eingeladen, in der Performance Plaza von Li Binyuan einen bekannten Menschen nur anhand der Stimme wiederzufinden.

Im Gespräch

Theo und Ernest Thiesmeier präsentieren ihren neuen Film Familie sein. Die Premiere wird begleitet von einem Gespräch mit der gesamten Patchwork-Familie von Theo Thiesmeier.

Buchpreisträger*in Kim de l’Horizon gibt eine Lecture Performance über terrestrische Verwandtschaften – ausgehend vom Blutbuch (2022). My Migrant Mama laden ein zu Tee, inter-generationellem Austausch und Nagellack.

Speisen nach Wunsch zuzubereiten bedeutet, sich auszutauschen – kommen Sie in der Kochbox des Duos groundtable ins Gespräch.

Kinderprogramm

Am 1. Mai gibt es ein Konzert mit der gewitzten Musikerin Suli Puschban.

Im Wohnzimmer werden neue Bücher gelesen, die im jüngsten Book-A-Thon von Black Dads Germany im Humboldt Forum entstanden sind.

Alle sind eingeladen, in der interaktiven Mehrgenerationenführung durch die Ausstellung Beziehungsweise Familie herauszufinden, was für sie Familie ausmacht.

Mit den African Street Games wird das Humboldt Forum zu einem lebendigen Spielplatz.

Ergänzt wird das Angebot durch koreanisch-deutsches Geschichtentheater.

Schicksal oder Wahl? Thementage:

Sa, 01.05.2026, 10:30–18:30 
So, 02.05.2026, 10:30–18:30 

Mehr Infos zu den Thementage Schicksal oder Wahl?

Foto: Thementage III „Schicksal oder Wahl?“
© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / iStockphoto / Goodboy Picture Company

Lernen und Lehren mit der Gesellschaft: offene Veranstaltungen und Seminare

In Lehrveranstaltungen des Förderprogramms „Lernen und Lehren mit der Gesellschaft“ erkunden Lehrende und Studierende, wie Lernen in und mit der Gesellschaft gestaltet werden kann und öffnen die Kurse für eine beite Teilnahme.

Veranstaltungsreihe zum Archiv „The Fifth Wall – Navina Sundaram“

In Kooperation mit Akteur*innen aus Bildungsarbeit, künstlerischer Film- und Archivpraxis reflektiert das Seminar “The Fifth Wall – Navina Sundaram. Arbeiten mit einem digitalen und materiellen Archiv“ von Prof. Dr. Nadja-Christina Schneider theoretische und methodologische Zugänge zu Archiven. Ausgangspunkt ist das Archiv „The Fifth Wall – Navina Sundaram“, das journalistische, filmische und persönliche Materialien unter anderem zu Migration, Feminismus, Dekolonisierung und Medienkritik versammelt.

Die öffentliche Veranstaltungsreihe, moderiert von Prof. Dr. Nadja-Christina Schneider, bietet im Sommersemester 2026 Einblicke in das Online-Archiv, in die Arbeit mit ausgewählten Originalmaterialien und in Diskurse um Archive als Orte gesellschaftlicher Wissensproduktion. Um eine kurze Anmeldung zum Veranstaltungsbesuch an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de wird gebeten.

Archivische Praxis zwischen Online-Archiv und Sammlung: „Die Fünfte Wand – Navina Sundaram“

29.04.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Präsentation und Gespräch mit Merle Kröger, Krimi-Schriftstellerin, Drehbuchautorin, Filmemacherin, Künstlerin und Produzentin. Zusammen mit Mareike Bernien und in enger Abstimmung mit Navina Sundaram hat sie das Online-Archiv „Die fünfte Wand“ konzipiert und umgesetzt.

Kuratiertes Erinnern im digitalen Raum: Konzept, Ansatz und Realisierung des Online-Archivs „Die Fünfte Wand – Navina Sundaram“

06.05.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Präsentation und Gespräch mit Mareike Bernien, Künstlerin, Filmemacherin und Dozentin. In Ihrer Arbeit konzentriert sie sich auf Erinnerungspolitik, Medienarchäologie und kritische Archivierungspraktiken. Zusammen mit Merle Kröger und in enger Abstimmung mit Navina Sundaram hat sie das Online-Archiv „Die fünfte Wand“ konzipiert und umgesetzt.

Von „Die fünfte Wand“ zu „WHO CARED“. Sichtbarkeit schaffen durch digitale Archive

20.05.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Präsentation und Gespräch mit Urmila Goel, Kulturanthropologin und Vertretungsprofessorin für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit den späten 1990ern forscht sie zur Migration aus Indien nach Deutschland. Die digitalen Archive „Die fünfte Wand“ und „WHO CARED“ schaffen Sichtbarkeit für unterschiedliche Migrationsbewegungen aus Indien in die BRD in den 1960er/70er/80ern.

Sehen, Einordnen, Weiterdenken: Bildungsarbeit zu Medienpraxis, Geschichte und Gegenöffentlichkeit im Navina Sundaram-Archiv

03.06.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Interaktiver Workshop mit Rubaica Jaliwala, freiberufliche Lektorin und Übersetzerin von literarischen, künstlerischen und kulturellen Texten und Büchern. Sie lebt in Mumbai und Berlin. Als Trainerin und Bildungsberaterin hat sie auf vier Kontinenten Workshops zu den Themen interkulturelles Lernen und Vielfalt, Antirassismus und Gender geleitet.

Archive befragen: Studentische Forschungsprojekte im Kontext des Navina Sundaram-Archivs und darüber hinaus

10.06.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Kurzpräsentationen und Gespräch mit HU-Studierenden über bereits abgeschlossene bzw. laufenden Forschungsprojekte, die aus der Auseinandersetzung mit dem Navina Sundaram-Archiv entstanden sind.

Über die Medienarbeit hinaus: Zur Bedeutung von Navina Sundarams Dokumentarfilmen

01.07.2026, 16:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Präsentation und Diskussion mit Nadja-Christina Schneider, Professorin für Gesellschaften und Kulturen Südasiens an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie forscht und lehrt unter anderem zu den Bereichen Gender, Medien und Stadt.

(Um eine kurze Anmeldung zum Veranstaltungsbesuch an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de wird gebeten.)

 

„Berlin. Kultur. Stadt.“ Kulturräume in Berlin: eine datengestützte räumliche Erforschung

29.05.2026, 16-20:00 Uhr, ZfK Kurssaal

Die Veranstaltung des Seminars „Berlin. Kultur. Stadt“ behandeln interdisziplinäre Perspektiven auf die „Kreative“ Stadt Berlin – mit ihren kultur- und stadtentwicklungspolitischen Erscheinungsformen, Politiken und Räumen. Die im Seminar erprobten methodischen Zugänge zur raumbezogenen Erforschung des Berliner Stadtraums, von qualitativen Methoden bis zu kreativen Forschungsansätzen wie Mapping/Kartierung oder multisensorische Ansätze, Sound- oder Smellscapes, werden in einer Abschlussausstellung und in einem Fishbowl-Talk besprochen.

„Berlin. Kultur. Stadt“ – ein Projekt der HU Berlin präsentiert von Geographie-Studierenden unter Leitung von Prof. Dr. Friederike Landau-Donnelly in Kooperation mit Kulturraum Berlin gGmbH.

Um eine kurze Anmeldung zum Veranstaltungsbesuch an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de wird gebeten.

 

Theaterpraxis – Living Archive

Lange Nacht der Wissenschaften

06.06.2026, 17:00-24:00 Uhr, an verschiedenen Standorten

In dem Kurs „Theaterpraxis: Living Archives“ erwecken Studierende Objekte, Texte und ihre Geschichte(n) aus HU-Archiven und Sammlungen mit Literaturbezug zum Leben. Anhand von Übungen und Methoden des Darstellenden Spiels und des Improvisationstheaters werden Ausdrucksmöglichkeiten von Stimme, Körper, Gestik und Mimik erkundet und kleine Einzel- und
Gruppenszenen erarbeitet. Diese ’Objektszenierungen’ werden als Pop-Up-Aufführung bei der Langen Nacht der Wissenschaften vorgestellt!

Die genauen Informationen zu den Standorten der Pop-up-Aufführungen werden hier in Kürze veröffentlicht.

 

Abschlussveranstaltung des Seminars

10.07.2026, 17:00-20:00 Uhr, ZfK Objektlabor

Eine weitere Aufführung der Objektinszinierungen wird am 10.07. am Objektlabor stattfinden. Um eine kurze Voranmeldung an wissensaustausch.zfk@hu-berlin.de wird gebeten.

 

 

„Hazardous Hope. Streifzüge durch das kontaminierte Berlin“

16.07.2026, Nachmittags, Tempelhofer Feld

Die Abschlussveranstaltung des Kurses ‘Hazardous hope’ lädt zu einem partizipativen Programm ein, bei der die Studierenden Einblicke in ihre Streifzüge durch das kontaminierte Berlin geben. Bei diesen erkundeten die Studierenden Stoffpolitiken der ‘hazardous hope’ – eine Praxis, die inmitten der Realität permanent kontaminierter Umgebungen neue Formen des Zusammenlebens erprobt.

Weitere Details zu der Veranstaltung werden hier in Kürze bekanntgegeben.

 

 

Werkstatt-Konferenz „Lernen, Lehren und Forschen mit der Gesellschaft“ 

12. Juni 2026, 09:30–19:30 Uhr, Zentrum für Kulturtechnik

Wie gelingen erfolgreiche Kooperationen und Austausch zwischen Kunst, Gesellschaft und Wissenschaft? Die Werkstatt-Konferenz des Kompetenzfeldes ‚Wissensaustausch mit der Gesellschaft‘ lädt ein, diesen Grundsatz von Open Science praxisorientiert zu diskutieren: im Fokus stehen Übersetzungspraktiken zwischen verschiedenen Wissensformen und Akteuren, partizipative Lehrformate und künstlerisch-wissenschaftliche Kooperationen zu bewegungsbasierten Methoden.

Foto: Franziska Blume

Ringvorlesung „Beziehungsweise Familie“ – am 18. März 2026 mit Dr. Lotte Warnsholdt

Kulturtechniken des Schweigens als Formen der Sorge 

Dr. Lotte Warnsholdt

Der Vortrag nimmt mit Bezug auf Literatur des 20. Jahrhunderts verschiedene Kulturtechniken des Schweigens in den Blick und untersucht sie hinsichtlich ihrer Formen der (Selbst-)Sorge. Selbstbestimmtes, souveränes Schweigen wahrt Geheimnisse und bietet geschützte Räume für die Ausbildung neuer Haltungen. Nur ist nicht jedes Schweigen selbstbestimmt, nicht jedes Schweigen souverän. Neben dem souveränen Schweigen stehen Formen des Schweigens, die Selbstleugnung oder einen Abbruch der Kommunikation bedeuten. Beispielsweise schreibt die Autorin Audre Lorde von dem Begehren, die eigene Angst im richtigen Verhältnis zu sehen und Schweigen in Sprache übersetzen zu können. Dabei spricht Lorde nicht über ein Leben ohne Angst, sondern von einem Verhältnis zur Angst, das abhängig von den Weisen des Schweigens ist. Es hieße, Schweigen nicht in Tyrannei, in die Katastrophe, übergehen zu lassen, sondern ein Maß zwischen Reden und Schweigen zu finden, in dem Schweigen auch als »mode of resistance to power« (Wendy Brown, 2005) wirken kann.

Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt.

Die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich und steht allen Interessierten frei.

Veranstalterinnen:

Prof. Dr. Daniel Tyradellis (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dr. Alia Rayyan (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dr. Laura Goldenbaum (Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Ort und Zeit:

18. März 2026,

18 bis 20 Uhr

im Saal 3, EG, Humboldt Forum, Schlossplatz.

Weitere Informationen

Lotte Warnsholdt
Lotte Warnsholdt, © Paul Schimweg

Lotte Warnsholdt ist Kultur- und Medienwissenschaftlerin in Hamburg. Sie studierte Europäische Ethnologie in Kopenhagen, Philosophie und Rechtswissenschaft in Hamburg und schloss ihren Master sowie ihre Promotion in Kultur- und Medienwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg ab. Sie arbeitet am Museum am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt und ist dort u.a. Co-Kuratorin der Sonderausstellung KATZEN! (Laufzeit 2025-2026). Schwerpunkte sind Sorgeformen und -praktiken in Institutionen des Wissens. Sie schreibt zur Materialität und Gewalt der Archive, die in situ als auch digital begriffen werden. In ihrem Buch Im Schatten des Schweigens (transcript 2024) untersucht sie die Bedeutung von Schweigen und Geheimhaltung für soziale und historische Prozesse.

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Besuch aus Lund am Zentrum für Kulturtechnik und im Humboldt Labor

Am Freitag, den 13. Februar 2026, begrüßten wir Kolleginnen der Lund University im Gerlachbau und im Humboldt Labor. Nachdem unsere Gäste auf der Suche nach dem richtigen Eingang bereits einen ersten Eindruck vom Campus gewinnen konnten, starteten wir gegen 9:15 Uhr mit dem fachlichen Austausch im Objektlabor.

Sammlungen in Forschung, Lehre und Transfer

Im Mittelpunkt standen die Universitätssammlungen – ihre Administration, Vernetzung und insbesondere ihr Einsatz in der Lehre. Sarah Elena Link stellte die Koordinierungsstelle vor, Nina El Laban Devauton und Martin Stricker präsentierten das Projekt „Teaching with Objects“, und Oliver Zauzig berichtete über seine Arbeit als zentraler Sammlungskoordinator der HU.

Die Kolleginnen aus Lund gaben Einblicke in aktuelle Entwicklungen an ihrer Universität, insbesondere in Bezug auf Forschung, Lehre und den Transfer in die Gesellschaft. Dabei wurden zahlreiche Gemeinsamkeiten, aber auch strukturelle Unterschiede deutlich. Besonders sichtbar wurde, dass wir mit der Koordinierungsstelle und dem umfangreichen Sammlungsnetzwerk in Deutschland ein viel beachtetes Modell etabliert haben, das auch international auf Interesse stößt.

Austausch im Netzwerk

Da großes Interesse an der Berlin University Alliance und dem Berliner Sammlungsnetzwerk bestand, besichtigten wir u.a. vor der Mittagspause die anatomische Sammlung der Charité – derzeit die einzige frei zugängliche Sammlung auf dem Campus Nord.

Am Nachmittag folgte der Besuch der Ausstellung „On Water. WasserWissen in Berlin“ im Humboldt Labor. Anna-Lisa Dieter führte durch die Ausstellung, anschließend diskutierten wir im Seminarraum gemeinsam weiter; auch Sharon Macdonald nahm daran teil. Unsere Gäste zeigten sich beeindruckt von den Möglichkeiten, die sich der HU mit dem Humboldt Labor eröffnen.

Nachhaltige Impulse

Der Besuch unterstrich, dass die HU mit ihren Sammlungen und Bühnen Maßstäbe setzt – zugleich wurde deutlich, dass hierfür verlässliche Ressourcen notwendig sind. Alle Beteiligten nahmen wertvolle Impulse für die eigene Arbeit mit. Der Austausch soll fortgesetzt werden, denn auch die HU profitiert von der weiteren Stärkung des europäischen Netzwerks.

Teilnehmende aus Lund:
Sara Virkelyst (zentrale Ansprechpartnerin für Museen und Archive), Charlotta Sokulski Bateld (Koordinatorin Kulturforum für Kunst und Wissenschaft), Louice Cardell Hepp (Kommunikation Kulturforum), Frida Stenmark (Museumskoordinator am Museum für künstlerische Prozesse und öffentliche Kunst) sowie Anki Wallengren (Prorektorin für Kultur und pädagogische Entwicklung).

Von Seiten des ZfK:
Sarah Elena Link, Nina El Laban Devauton, Martin Stricker, Anna-Lisa Dieter, Sharon Macdonald und Oliver Zauzig.

Dank an Xenia Muth und Eileen Klingner für die Unterstützung.

Ringvorlesung „Beziehungsweise Familie“ – am 18. Februar 2026 mit Prof. Dr. Annette Schad-Seifert

Aktuelle Forschung zu zeitgenössischen Familienformen und alternativen Verwandtschaftskonzepten im Dialog.

Singles unter Druck – „Solo Weddings“ als Glücksgeheimnis in Japan

Prof. Dr. Annette Schad-Seifert (Professorin für Modernes Japan an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

Lebenslanges Single-Dasein ist eine soziale Erfahrung, die immer mehr Menschen in Japan betrifft.

In den letzten Jahren haben sogenannte Solo Weddings in Japan mediale und wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Darunter werden inszenierte Hochzeitszeremonien verstanden, bei denen Single-Frauen ohne Partner eine Hochzeit mit professioneller Kleidung, Fotografie und rituellen Elementen durchführen. Der Vortrag untersucht Solo Weddings als kulturelles Phänomen an der Schnittstelle von individueller Glückssuche, Konsumkultur und sich wandelnden Ehe- und Geschlechternormen in der japanischen Gesellschaft.

Solo Weddings sind nur ein Phänomen von vielfältigen Solo-Aktivitäten in Japans Konsumkultur, die in den letzten Jahren entstanden sind. Der Vortrag geht der Frage nach, wie diese Aktivitäten einzuordnen sind in einer Gesellschaft, die traditionell der Gruppe eine hohe Priorität einräumt.

Auf Grundlage quantitativer Daten, Medienanalysen und Fallbeispielen wird gezeigt, dass Solo Weddings weniger als Ausdruck von sozialer Isolation zu verstehen sind, sondern vielmehr als ambivalente Praxis der Selbstvergewisserung in einer Gesellschaft, in der traditionelle Familiennormen zunehmend verschwinden.

Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt.

Die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich und steht allen Interessierten frei.

Veranstalterinnen:

Prof. Dr. Daniel Tyradellis (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dr. Alia Rayyan (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dr. Laura Goldenbaum (Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Ort und Zeit:

18. Februar 2026,

18 bis 20 Uhr

im Saal 3, EG, Humboldt Forum, Schlossplatz.

Weitere Informationen

Portrait Prof. Schad-Seifert

Annette Schad-Seifert ist seit 2006 Universitätsprofessorin am Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie hat Japanologie und Religionswissenschaft an der Freien Universität Berlin, sowie Philosophie und politische Ideengeschichte an der Keio-Universität Tokyo studiert. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Familienpolitik, Single-Gesellschaft, Genderverhältnisse, demografischer Wandel und neue Formen der sozialen Differenzierung. Sie war als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FU Berlin, der Universität Leipzig und am Deutschen Institut für Japanstudien in Tokyo tätig. Im Jahr 2018 war sie Specially Appointed Professor an der Ochanomizu-Universität in Tokyo. Sie ist Herausgeberin (mit Uta Meier-Gräwe und Miyoko Motozawa) des Buches Family Life in Japan and Germany (Springer Verlag 2019).

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Ringvorlesung „Beziehungsweise Familie“ – am 11. Februar 2026 mit Dr. Michael Slepian

Having and Keeping Secrets (Dt.: Haben und Bewahren von Geheimnissen)

Dr. Michael Slepian (Associate Professor an der Columbia Business School)

Geheimnisse gelten oft als Belastung – für Beziehungen ebenso wie für das persönliche Wohlbefinden. Häufig wird angenommen, dass vor allem das aktive Verbergen anstrengend und schädlich ist. Aktuelle psychologische Forschung zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild. Zahlreiche Studien mit Tausenden von Teilnehmenden zeigen: Nicht das Verheimlichen selbst ist meist das Problem, sondern das gedankliche Kreisen um ein Geheimnis. Wenn Geheimnisse immer wieder in unsere Gedanken eindringen und wir mit ihnen allein bleiben, ohne Austausch und neue Perspektiven, kann dies mit geringerer Beziehungsqualität und einem verminderten Gefühl von Authentizität einhergehen. Gleichzeitig können Geheimnisse auch positive Effekte haben – vorausgesetzt, sie werden bewusst und aus den richtigen Gründen bewahrt. Geheimnisse, die im Auftrag oder zum Schutz eines Kollektivs getragen werden, können Sinn und Bedeutung vermitteln. Das Teilen von Geheimnissen – ebenso wie das Anvertrautwerden – stärkt oft Nähe und Intimität. Und positive Geheimnisse können Autonomie, Lebendigkeit und persönliches Wachstum fördern. Der Vortrag beleuchtet die vielschichtige Psychologie von Geheimnissen: Wann sie belasten, wann sie stärken und wie Menschen lernen können, konstruktiv mit ihnen umzugehen – nicht nur, um sie auszuhalten, sondern um an ihnen zu wachsen.

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich und steht allen Interessierten frei.

Veranstalterinnen:

Prof. Dr. Daniel Tyradellis (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dr. Alia Rayyan (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dr. Laura Goldenbaum (Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Ort und Zeit:

11. Februar 2026,

18 bis 20 Uhr

im Saal 3, EG, Humboldt Forum, Schlossplatz.

Weitere Informationen

Michael Slepian

Michael Slepian ist Associate Professor an der Columbia Business School und Autor von The Secret Life of Secrets. Als führender Experte für die Psychologie von Geheimnissen untersucht seine Forschung, wie das Bewahren von Geheimnissen Vertrauen, Beziehungen und Wohlbefinden im sozialen und organisatorischen Leben beeinflusst. Er hat mehr als fünfzig wissenschaftliche Artikel über Geheimhaltung, Wahrheit und Täuschung veröffentlicht, und seine Arbeit wurde in der New York Times, The Atlantic, The New Yorker, The Economist, The Wall Street Journal, der BBC und NPR vorgestellt. Slepian promovierte an der Tufts University, war Gastwissenschaftler an der Stanford University, erhielt den Rising Star Award der Association for Psychological Science und ist gewähltes Mitglied der Society of Experimental Social Psychology.

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Paula Doepfner, „Out in front of a dozen dead oceans“

Ausstellung im Objektlabor

Auf den ersten Blick abstrakt, wie Nebelschleier oder feines Geäst wirken die Zeichnungen von Paula Doepfner. Erst bei näherer Betrachtung ist das feine Schriftbild zu erkennen, das die Künstlerin auf feines Transparentpapier gebracht hat. Es sind Passagen aus Gedichten von Paul Celan, aber auch aus dem Istanbul-Protokoll. Trauma, Folter, Spuren, Erinnerung – all das ist verdichtet und verwebt, aber nicht nur durch die Textreferenzen präsent. Die Arbeiten gehen auf Skizzen zurück, die Paula Doepfner als Beobachterin bei Hirnoperationen an der Charité angefertigt hat.

Im Objektlabor des Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik auf dem Campus Nord gelegen, unweit der Charité, soll eine Auswahl dieser Arbeiten in Gesprächen ihre besondere Wirkung entfalten. Neben einem Nachmittag, der sich den Werken Paula Doepfners im Gespräch mit der Künstlerin widmet, sollen bei einem weiteren Gesprächsabend die Themen Migration, Flucht, Vertreibung und (psychische) Folgen von Folter und Gewalt im Zentrum stehen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unserer Einladung folgen.

Ausstellung: 24.-27.02.2026, geöffnet 12-14 Uhr

Begleitveranstaltungen:
23.02.2026, 16-18 Uhr: Eröffnung mit Einführung durch die Künstlerin

26.02.2026, 18-20 Uhr: SPUREN VON SCHMERZ. Kunst, Trauma und Flucht. Interdisziplinärer Gesprächsabend mit Paula Doepfner – Künstlerin, Berlin
Ulrike Kluge – Professorin & leitende Psychologin/Gruppenanalytikerin, Charité Berlin/BIM
Julia Manek – Psychologin & Humangeographin, medico international
Moderation: Pauline Endres de Oliveira – Professorin für Recht & Migration (HU/BIM)
In Kooperation: Christina Kuhli – Kustodin HU

Kontakt: Christina Kuhli, christina.kuhli@hu-berlin.de 

Erinnerung, Identität, Weitergabe: Ein künstlerisches Diorama im Humboldt Forum

Wie wird persönliches Erleben zu kollektivem Wissen? Und welche Spuren hinterlassen familiäre Biografien in unserer Identität?

Diesen Fragen widmete sich ein zehnwöchiger gesellschaftlicher Workshop im Rahmen des Clusters „Beziehungsweise Familie“ am Humboldt Forum. Als kollaboratives Projekt, das künstlerische, therapeutische und wissenschaftliche Perspektiven miteinander verband, wurde Wissen nicht als fertiger Lehrinhalt vermittelt. Vielmehr entstand es als gemeinschaftlicher Prozess, in dem die Teilnehmerinnen als ebenbürtige Wissende und aktiv Mitgestaltende in eine transversale Wissensproduktion eingebunden waren. Ausgangspunkt bildeten persönliche Erinnerungen, Erinnerungsobjekte und alltägliche Rituale als Träger von Wissen, das häufig über Generationen hinweg weitergegeben wird.

Aus dieser intensiven Zusammenarbeit sind ein künstlerisches Diorama sowie eine Audioarbeit entstanden, die Erinnerungsobjekte zum Sprechen bringen. Gemeinsam machen sie die komplexen Verflechtungen zwischen individuellem Trauma, transgenerationalen Erzählungen und dem Einfluss politischer Kontexte auf persönliche Lebenswege sichtbar. Zugleich laden sie dazu ein, das Zusammenspiel von Identität und Herkunft neu zu betrachten.

Mit Florian Hermes, Honorata Nawrocki, Marisol Ozomatli Malinalli, Leila G., Franziska Pierwoss, Diana Krämer, Alia Rayyan.

Das Ergebnis ist vom 24. Januar bis 12. Juli 2026 im „Wohnzimmer“ des Humboldt Forums, dem Sonderausstellungsfoyer im Erdgeschoss, zu erleben.

Interessierte sind herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen und einen Einblick in diese besondere Form der Wissensarbeit zu gewinnen.

Besuchende vor dem Diorama
© Alia Rayyan 2026